Gaslieferungen über Ukraine Gazprom warnt Europa

Russlands Staatskonzern Gazprom richtet eine eindringliche Warnung an Europa: Sollte der Gasstreit mit der Ukraine weiter eskalieren, wäre auch die Versorgung in Europa gefährdet, teilt das Unternehmen mit.

Logo von Gazprom: Warnung an Europa
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Logo von Gazprom: Warnung an Europa


Moskau - Gazprom warnt angesichts der Ukraine-Krise vor Störungen der Gaslieferungen nach Europa. Diese könnten auftreten, wenn es zu weiteren Streitigkeiten mit der Ukraine komme, teilte der staatliche russische Gasproduzent am Dienstag mit. Die neue Regierung in Kiew könnte im Zuge des Streits um Gaspreise die durch die Ukraine führenden Pipelines zudrehen, erklärte Gazprom am Dienstag.

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Heft 18/2014
Der ukrainische Flächenbrand

Die Ukraine ist ein wichtiges Transitland. Rund 50 Prozent der russischen Gaslieferungen für Europa und die Türkei fließen durch die Ukraine. Die Regierung in Kiew schuldet Gazprom rund 2,2 Milliarden Dollar für bereits getätigte Gaslieferungen. Sollte Kiew nicht bald zahlen, könnte Gazprom dem Land seinerseits den Hahn zudrehen.

Die Ukraine dürfte sich dann aus den Transitleitungen nach Europa bedienen, so hat sie es bislang fast in jeder Gaskrise gemacht. Russland könnte seine Lieferungen daraufhin noch weiter drosseln. Am Ende droht der Totalausfall aller Transitmengen nach Europa.

Die Ukraine hatte sich am Montag bereit erklärt, ihre Gasschulden rasch zu begleichen. Bedingung sei, dass das staatlich kontrollierte Unternehmen weiter den alten Vorzugspreis von 268 Dollar je 1000 Kubikmeter ansetze, erklärte der ukrainische Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk. Sollte es binnen 30 Tagen keine Vereinbarung darüber geben, werde sein Land den russischen Gasmonopolisten wegen überhöhter Preise vor dem Stockholmer Schiedsgerichtshof verklagen.

Russland hatte Anfang April den Preis für Gas von 268 Dollar auf 485 Dollar pro 1000 Kubikmeter erhöht. Begründet wurde dies damit, dass vereinbarte Rabatte unter anderem durch die Angliederung der Krim an Russland hinfällig seien.

Gazprom selbst befürchtet bei weiteren Sanktionen des Westens gegen Russland erheblichen Schaden für das eigene Geschäft. Das könne auch zu Lasten der Aktionäre gehen, teilte Gazprom mit. Der Überschuss sei bereits 2013 angesichts des schwachen Rubels um sieben Prozent auf umgerechnet rund 23 Milliarden Euro gefallen.

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ssu/Reuters



insgesamt 122 Beiträge
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Seite 1
hors-ansgar 29.04.2014
1. Kein Problem
Das wäre doch gar kein Problem! Die USA würden uns ganz uneigennützig mit ihrem gefrackten Gas aushelfen...
schnabelnase 29.04.2014
2. Warum die Umschweife?
Soll Gazprom doch gleich sagen, dass WIR die ausstehende Gasrechnung zahlen sollen.
Hilfskraft 29.04.2014
3. wird Zeit ...
... umzurüsten. Ein Lob auf Merkels vorausschauende Politik seit ihrem Antritt vor 8 Jahren ... Datenmäßig liefert sie uns an die USA aus, energiemäßig an Russland. Was will man mehr ...?
theo² 29.04.2014
4. Energiewende
Mal mindestens 1/2 Jahr auf russisches Gas verzichten, dafür mehr in N und GB kaufen. Dann wird sich Putin sehtr schnell beruhigen...
CA-Fire 29.04.2014
5. Klare Erpressung
da sieht man, welche Ziele Putin verfolgt. Erpressung der freien westlichen Welt. Und Schröder hilft ihm dabei.
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