Ukraine-Konflikt Gazprom plant Geschäfte auf der Krim

Der Energieriese Gazprom profitiert möglicherweise vom Ukraine-Konflikt: Der russische Staatskonzern will Erdgasvorkommen auf der Halbinsel Krim erschließen. Die Chancen stehen gut.

Der russische Energieriese Gazprom möchte Öl und Gas auf der Krim fördern.
REUTERS

Der russische Energieriese Gazprom möchte Öl und Gas auf der Krim fördern.


Moskau - Der russische Energiekonzern Gazprom will auf der ukrainischen Halbinsel Krim Öl und Gas fördern. Das Unternehmen habe entsprechende Vorschläge unterbreitet, sagte Rustam Temirgaliew, stellvertretender Ministerpräsident der Krim-Regierung nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur RIA.

Die Chancen, dass Gazprom den Zuschlag erhält, stehen gut. "Natürlich war Gazprom der erste, der auf uns zugekommen ist", so Temirgaliew. Schon vergangene Woche hatte der stellvertretende Ministerpräsident angekündigt, dass die staatliche ukrainische Energiefirma Chornomornaftohaz an ein russisches Unternehmen wie Gazprom verkauft werden könnte. Das Krim-Parlament hat gestern für eine Verstaatlichung der ukrainischen Energiekonzerne Chornomornaftogaz und Ukrtransgaz gestimmt.

Die Ukraine deckt mehr als die Hälfte ihres jährlichen Erdgasbedarfs mit russischen Importen. Da die Regierung in Moskau diese Abhängigkeit schon mehrfach für politischen Druck eingesetzt hat, will die Ukraine ihre Energieversorgung breiter aufstellen. Das Erdgas des Schwarzen Meeres vor der Krim spielte dabei eine wichtige Rolle. Konzerne wie Exxon, Royal Dutch Shell, Eni und OMV wollen Gas aus dieser Region fördern. Die Investitionen sind wegen der Krim-Krise aber in Gefahr.

jau/Reuters



insgesamt 4 Beiträge
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vhn 18.03.2014
1. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...
... wie erklären sich das die Wagenknecht-Fans?
Teile1977 18.03.2014
2. Gas
Eine Ukraine die nicht mehr mit Russischem Erdgas erpresst werden kann? War ja klar das Putin DAS nicht durchgehen lassen konnte. Das Ukrainische Besitztümer auf der Krim jetzt auch noch beschlagnahmt werden ist nun wohl die nächste Stufe der Eskalation. Russland will die Ukraine wohl mit aller Macht zu einer Reaktion bewegen, anders ist das ganze echt nicht zu erklären. Braucht Russkland einen Grund für einen Einmarsch in Restukraine? So wie damals in Georgien? Die Kremelfans (Echt oder Unecht) werden das verhalten des Starken Führers bestimmt wieder SUPER finden.
ghanima23 18.03.2014
3.
Es bleibt ihnen ja fast nichts anderes übrig, man weiss ja nicht, ob westliche Gaskonzerne demnächst von Sanktionen betroffen sein werden. :)
tingtang04 18.03.2014
4. Eben darum
geht es doch: die Ausbeutung der großen Gasfelder vor der Krim. Im Fall des Skifska-Feldes sind doch schon ExxonMobil und Shell vor Ort im Fördermodus.
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