GDL gegen Bahn Endstation Schlichtung

Jetzt ein Bahnticket zu buchen, ist riskant - die Lokführer könnten bald wieder streiken. Fahrgastverbände fordern daher vehement einen Schlichter. Wir zeigen, wer den Job übernehmen könnte.

Hauptbahnhof in Berlin: Reisende sind zunehmend genervt
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Hauptbahnhof in Berlin: Reisende sind zunehmend genervt

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Berlin - Die Ruhe trügt. Seit fünf Tagen verschonen die Lokführer der Bahn die Kunden. Doch schon übernächste Woche könnten sie den Schienenverkehr in Deutschland wieder lahmlegen. Denn im Konflikt zwischen der GDL und der Deutschen Bahn tut sich nichts. Kein Verhandlungstermin, kein neues Angebot - weder von Seiten der Gewerkschaft, noch von der Bahn.

In dem Streit zwischen der Lokführer-Gewerkschaft und dem Konzern geht es ohnehin nur vordergründig ums Geld, vielmehr dagegen um die Frage, ob die Gewerkschaft auch für andere Mitarbeitergruppen die Verhandlungen mit der Bahn führen darf. Ein Ausweg ist nicht in Sicht.

Daher werden nun die Rufe nach einem Schlichter lauter. "Die gegenwärtige Lage ist geprägt von gegenseitigen Vorwürfen aller Beteiligten. Das sind keine normalen Tarifrituale mehr", sagt Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene. "In dieser verfahrenen Lage kann nur ein neutraler Schlichter helfen." Der Forderung schließt sich auch ProBahn-Chef Jörg Bruchertseifer an. "Ohne eine unabhängige Instanz werden die Tarifparteien nicht zueinander finden", zeigt er sich überzeugt.

Ohne Gesichtsverlust in die Verhandlungen

Der ehemalige Verkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) glaubt ebenfalls, dass nur ein Mittler eine Annäherung beider Seiten herbeiführen kann. "In der jetzigen Phase ist eine von beiden Seiten akzeptierte Person notwendig, die Interessen ermittelt und Vorschläge entwickelt, die beide Seiten mittragen". Der aktuelle Konflikt sei nur zu lösen, wenn die Themen Löhne und Verhandlungsmandat der Gewerkschaften sorgfältig voneinander getrennt würden. Vor allem über letzteres dürfe nicht auf Kosten der Bahn-Kunden gestritten werden.

Tatsächlich böte ein Schlichter in der gegenwärtigen Situation beiden Seiten die Möglichkeit, ohne Gesichtsverlust in neue Verhandlungen einzutreten. Wenn es nach Heiner Geißler ginge, der bereits in früheren Konflikten zwischen Bahn und GDL vermittelt hat, könnte man dabei zunächst die umstrittensten Fragen beiseite lassen. "Wenn ich Tarifverhandlungen führe, gibt es immer Punkte, über die man sich von vorneherein und grundsätzlich nicht einig ist", sagte er im "Handelsblatt". Dann müssten die eben ausgeklammert werden.

Wer aber käme als Schlichter im verfahrenen Streit infrage? Wer hat sich bereits einen Namen gemacht? Eine Übersicht möglicher Kandidaten.

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Von Biedenkopf bis Koch: Wer als Schlichter infrage kommt



insgesamt 32 Beiträge
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Seite 1
r.muck 24.10.2014
1. Irgend etwas?
Wie SPON auf die absurde Idee kam, dass Ramsauer überhaupt etwas kann finde ich ja schon lustig. Realsatire sozusagen.
spon-facebook-10000084270 24.10.2014
2. Wenn ich schon lese...
und dann Namen wie W.Clement auftauchen, der hat sich schon disqualifiziert. Umgehend. Auch die anderen Kandidaten sind für mich "Wölfe im Schafspelz" ....da ist keiner, dem ich als Arbeitnehmer mein Vertrauen schenken würde..keiner...
Greyjoy 24.10.2014
3.
Bei Herrn Koch dürfte man immerhin mit der brutalstmöglichen Schlichtung rechnen.
hypnos 24.10.2014
4. Fassungslos!
Zitat von spon-facebook-10000084270und dann Namen wie W.Clement auftauchen, der hat sich schon disqualifiziert. Umgehend. Auch die anderen Kandidaten sind für mich "Wölfe im Schafspelz" ....da ist keiner, dem ich als Arbeitnehmer mein Vertrauen schenken würde..keiner...
Clement, Chef der Arbeitgeber-Organistaion ISNM, jetzt FDP, und Coautor des Werkes "Mehr Kapitalismus wagen". Fassungslos!
hypnos 24.10.2014
5. Wie wäre es denn mal mit einer Frau?
Wie wäre es denn mal mit einer Frau? Die hier vorgeschlagenen scheintoten Alpha-Männchen törnen nur ab.
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