Angebot der Bahn Lokführer verzichten vorerst auf Streiks

Die Lokführer wollen weiter mit der Bahn verhandeln. Man wolle das Angebot der Konzernführung prüfen, teilte die GdL mit. Damit müssen Reisende zumindest bis Ende Januar keine Einschränkungen wegen Streiks befürchten.
GdL-Chef Weselsky: Bemängelt an Bahn-Angebot Unklarheiten

GdL-Chef Weselsky: Bemängelt an Bahn-Angebot Unklarheiten

Foto: Rainer Jensen/ dpa

Berlin - Bahnreisende müssen vorerst nicht mit Verspätungen und Zugausfällen wegen Streiks der Lokführer rechnen. Nach einem neuen Bahn-Angebot für eine bessere Absicherung berufsunfähiger Mitarbeiter, hat sich die Gewerkschaft GdL am Donnerstag zu weiteren Gesprächen bereit erklärt. Diese sollten spätestens Ende Januar beginnen. Bis dahin sei ein Arbeitskampf ausgeschlossen.

GdL-Chef Claus Weselsky bemängelte aber, das Angebot der Bahn enthalte viele Unklarheiten im Detail. Vor allem wendet sich die Gewerkschaft gegen die zwangsweise Versetzung von Lokführern, wenn in der Region Verkehrsaufträge verloren gehen.

GdL und Bahn verhandeln seit gut zwei Jahren über einen sogenannten Zukunftsvertrag. Die GdL stellte dabei vor allem die Lage berufsunfähiger Mitarbeiter, etwa nach Selbstmorden auf den Gleisen, in den Mittelpunkt. Sie verlangte daher ultimativ eine von der Bahn bezahlte Versicherung, die für das Einkommen der Lokführer bis zum Ende des Berufslebens aufkommt.

Die Bahn reagiert mit einem Angebot, wonach das bisherige Lohnniveau bei einer anderen Aufgabe in der Bahn zumindest erhalten bleibt. Wer eine zumutbare Stelle innerhalb des Konzerns ablehne, könne mit einer Abfindung gehen. Diese sichere dann drei Jahre lang 80 Prozent des bisherigen Nettolohnes. Obwohl die GdL darauf verzichtet habe, biete man weiter allen Eisenbahnern einen Schutz vor betriebs- und gesundheitsbedingten Kündigungen an.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GdL) vertritt rund 20.000 Lokführer. Selbst mit punktuellen Streiks können sie wegen der Vernetzung des Bahn-Verkehrs bundesweit für erhebliche Störungen sorgen.

cte/Reuters
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