Startup e.Go Gehypter Elektroautobauer hat 2019 nur 540 Autos verkauft

Das Aachener Start-up e.Go, der Pkw-Ableger des erfolgreichen Streetscooter-Lieferwagens, hat seine Ziele deutlich verfehlt. Der Chef des Unternehmens glaubt aber weiter an sein Modell.
e.Go-Chef Günther Schuh: "Es ist nicht planmäßig gelaufen."

e.Go-Chef Günther Schuh: "Es ist nicht planmäßig gelaufen."

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Oliver Berg/ dpa

Der Aachener Elektroautobauer e.Go hat seine selbst gesteckten Ziele 2019 nicht erreichen können. Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr nur 540 Autos verkauft. Angepeilt waren zuletzt 600 Exemplare, ursprünglich war sogar von 1000 die Rede. "Es ist nicht planmäßig gelaufen, aber wir haben es besser hingekriegt als viele andere", sagte Firmengründer Günther Schuh. Der Inhaber des Lehrstuhls für Produktionssystematik an der RWTH Aachen, hat vor einigen Jahren bereits den StreetScooter für die Deutsche Post mitentwickelt.

Der Rückschlag bei seinem neuen Projekt hält Schuh aber nicht davon ab, sich für 2020 erneut ambitionierte Ziele zu setzen: 5100 Autos sollen in diesem Jahr vom Band rollen.

Bei den neu zugelassenen Elektroautos liegt e.Go mit 171 Fahrzeugen im Jahr 2019 weit hinter seinen Konkurrenten, wie aus Zahlen des Kraftfahrtbundesamts hervorgeht. Vom direkten Wettbewerber "e-Up" von Volkswagen wurden im gleichen Zeitraum dagegen 8200 Fahrzeuge neu zugelassen.

"Es ist äußerst schwierig, sich langfristig ein stabiles Geschäftsmodell vorzustellen", sagt Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen. Das Modell aus Aachen könne sich im Wettbewerb schlecht durchsetzen, da es eine zu geringe Reichweite habe und lange zum Laden brauche.

Der "e.Go Life" ist als Stadtauto mit einer Reichweite von rund 150 Kilometern konzipiert. Firmengründer Schuh sieht das nicht als Schwäche an - die natürliche Nutzung eines Elektroautos sei "der typische Kurzstreckenverkehr". Schuh zeigt sich trotzdem weiter optimistisch: "Es mangelt nicht an Nachfrage".

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Dudenhöffer hält auch die Struktur des Start-ups, das an die Aachener Universität angedockt ist, für problematisch. Eine profitable Produktion sei in diesem Rahmen kaum möglich. "Eine Uni ist eine Uni und kein Autobauer, der gegen VW kämpft", sagt er.

Start-up macht Verluste in Millionenhöhe

Für das Geschäftsjahr 2019 rechnet das Start-up laut Bundesanzeiger mit einem Verlust zwischen 75 und 90 Millionen Euro. Um sich weiter über Wasser zu halten, will e.Go nach den Worten Schuhs neues Kapital aufnehmen. Hoffnungen macht man sich unter anderem auf einen neuen Partner aus China, der frisches Geld in das Start-up investieren soll.

Bis Ende März läuft außerdem noch ein Darlehen über rund 100 Millionen Euro - dabei muss das Unternehmen auf die Gunst der Investoren hoffen, dieses zu verlängern.

hej/dpa
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