Geiselnahme bei Goodyear Fabrikchefs in Frankreich wieder frei

Die Geiselnahme bei Goodyear in Frankreich ist beendet. Nach 30 Stunden sind die beiden Manager wieder auf freiem Fuß. Die Mitarbeiter hatten mit der Aktion versucht, höhere Abfindungen zu erstreiten.

Goodyear-Fabrik in Amiens: Boss-napping ohne Erfolg
AP/dpa

Goodyear-Fabrik in Amiens: Boss-napping ohne Erfolg


Amiens - Nach knapp 30 Stunden sind zwei in einer französischen Reifenfabrik von Arbeitern festgehaltene Goodyear-Manager wieder freigekommen. Der Produktionsleiter und der Personalleiter des Werks verließen am Dienstag von Polizisten begleitet die Fabrik in der nordfranzösischen Stadt Amiens.

Von der Entlassung bedrohte Arbeiter hatten die beiden Manager seit Montagvormittag festgehalten. Sie protestierten damit gegen die geplante Schließung der Fabrik, die 1173 Arbeiter ihren Job kosten könnte, und wollten höhere Abfindungen erreichen.

Das sogenannte Boss-napping hat in Frankreich fast schon Tradition. Auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise entführten viele Angestellte ihre Chefs. Mal für mehrere Stunden, mal für mehrere Tage. Dabei sind die Aktionen mehr Theater als Bedrohung und sollen den Demonstranten vor allem die Aufmerksamkeit der Chefetage sichern.

cte/AFP

insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
analysatorveritas 07.01.2014
1. Mitterrands Erbe - neue ökonomische Wirklichkeiten in EUroPA!
Zitat von sysopAP/dpaDie Geiselnahme bei Goodyear in Frankreich ist beendet. Nach 30 Stunden sind die beiden Manager wieder auf freiem Fuß. Die Mitarbeiter hatten mit der Aktion versucht, höhere Abfindungen zu erstreiten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/geiselnahme-goodyear-bosse-in-frankreich-wieder-frei-a-942288.html
Der Euro, Mitterrands Erbe für Frankreich und eine Bürde. 1960: ein damals neuer französischer Franc kostete 1,10 DM 1998: ein französischer Franc kostete 0,298 DM Frankreich hat ein gravierendes Wettbewerbsproblem mit dem Euro, das in früheren Zeiten immer wieder durch Abwertungen gelöst worden ist, ähnlich wie in Italien mit seiner Lire. Nun muss intern abgewertet werden, massiv und umfangreich. Bei Frankreich steht ein gesellschaftspolitischer Komplettumbau an, sofern es weiter im Eurospiel bleiben möchte. Sarkozy hatte damit seine Probleme und scheiterte, Hollande erbte sie und kann sie noch nicht einmal ansatzweise lösen, ohne eine neue Revolution auszulösen. Frankreich wird zu Merkels Problemfall neben vielen anderen Eurowackelkandidaten in der Eurozone. Hollande braucht eine neue Eurostrategie, Merkel und ihre neue groKo ebenso. Und diese dürften gegensätzlicher kaum sein. Beim nächsten Krisengipfel in Brüssel braucht man ein neues Eurokonzept, will man die hohen Arbeitslosigkeiten im Euroraum abbauen. Konflikte und Auseinandersetzungen sind vorprogrammiert, Hollande steht innenpolitisch mit dem Rücken zur Wand. Er braucht dringend Erfolge, dazu muss er Merkel auf einen neuen Eurokurs einschwören.
renee gelduin 07.01.2014
2.
Ist dennoch Freiheitsberaubung. Was wohl passieren würde, wenn "Bosse" (was für ein toller Fachausdruck @ SpOn) Mitarbeiter einsperren, bis diese einer Gehaltskürzung zustimmen.
Jörg Mergenthaler 07.01.2014
3. Boss-napping als Tradition
Würde so etwas in Deutschland stattfinden, was eigentlich unvorstellbar ist, dann wäre das ein Fall für das SEK. Ein Staat, der das Gewaltmonopol aus der Hand gibt, der wackelt verdächtig und kommt nur bedingt als weitergehender Partner in Betracht. Die Europäische Union ist grundsätzlich toll; verheerend ist das starre Euro-Korsett, das den Südstaaten die Möglichkeit der Abwertung genommen hat. Weiteres Bsp. Italien: 1973: 200 Lire - 1 DM 1999: 1000 Lire - 1 DM Und die Europäische Wirtschaftsunion hat trotzdem (oder gerade deshalb) funktioniert. Der Euro ist nur etwas für Länder mit annähernd gleicher Stabilität. Gegenwärtig ist er die größte Gefahr für das vereinigte Europa.
cirrus51 07.01.2014
4. schaden für die Arbeiter
wissen die Gewerkschaften und Arbeiter nicht das sie sich damit selbst Schäden zufügen welcher ausländischer Investor wird noch nach Frankreich gehen
Alka Wumm 07.01.2014
5.
Zitat von sysopAP/dpaDie Geiselnahme bei Goodyear in Frankreich ist beendet. Nach 30 Stunden sind die beiden Manager wieder auf freiem Fuß. Die Mitarbeiter hatten mit der Aktion versucht, höhere Abfindungen zu erstreiten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/geiselnahme-goodyear-bosse-in-frankreich-wieder-frei-a-942288.html
in Deutschland hat gerade jemand ein halbes Jahr auf Bewährung bekommen weil er eine Finanzbeamtin eine halbe Stunde lang festhielt. Daran kann man sehen: Wir passen nicht zueinander. Besser die Franzosen verlassen die Eurozone und gehen wieder Ihren eigenen Weg.
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