Geldanlage Mit diesen Geheimtipps lagen Bankberater daneben

Goldfonds, Schiffsbeteiligungen, Zertifikate: Erst hypen Bankberater Investmentprodukte - dann verschwinden sie nach kurzer Zeit vom Markt. Die Anleger haben das Nachsehen. Was bleibt ihnen noch? Der Überblick.
Börsenmakler an der Frankfurter Börse: Auch sie können Crashs oft nicht abfedern - und verlieren dann das Geld vieler Anleger

Börsenmakler an der Frankfurter Börse: Auch sie können Crashs oft nicht abfedern - und verlieren dann das Geld vieler Anleger

Foto: Frank Rumpenhorst/ picture alliance / dpa

Schwärmt Ihnen Ihr Bankberater auch immer wieder von neuen Anlageprodukten vor? Hätten Sie in der Vergangenheit auf ihn gehört, dann hätten Sie durchaus viel Geld verbrennen können. In nur wenigen Wochen. Oder ganz langsam, über Jahre hinweg.

Ob Technologieunternehmen, offene Immobilienfonds, Schiffsbeteiligungen oder Goldfonds. Setzt der Kunde wegen falscher Informationen und falscher Beratung alles auf ein hochgejubeltes Produkt - so gewinnt am Ende oft nur die Bank, die Provision kassiert. Hype-Produkte gab es seit der Jahrtausendwende viele - und einige davon haben regelrechte Spekulationsblasen ausgelöst. Manche Anleger verloren ihr ganzes Kapital. Erinnern Sie sich noch? Die verlustträchtigsten Investmentprodukte seit dem Neuen Markt im Überblick.

Doch warum rennen Privatanleger immer wieder von einem Hype zum nächsten? Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, sieht vor allem zwei Schuldige: die Banken und die Fondsgesellschaften. "Jedes Jahr bringen beide neue Produkte raus, diese wollen sie natürlich verkaufen - und bewerben sie deshalb als neues Wunderprodukt." Hinzu komme die mangelnde Qualifikation einiger Bankberater: "Ein guter Berater weiß, dass sein Kunde das Portfolio streuen und nicht nur in das Produkt investieren sollte, was gerade das neueste auf dem Markt ist."

Einfache Aktien- und Anleiheportfolios seien daher der beste Weg für eine langfristige Anlage, rät Nauhauser. Das richtige Portfolio könne bei überschaubarem Risiko das investierte Geld über einen langjährigen Zeitraum nicht nur sichern, sondern durchaus auch vermehren.

Um auch mit wenig Kapital möglichst breit zu streuen, schwören Anleger und konservative Vermögensverwalter mittlerweile auf sogenannte Exchange-Traded Funds - kurz: ETFs, börsengehandelte Fonds. Die passivverwalteten Indexfonds beinhalten Aktien, Anleihen oder Rohstoffe, die so einen Index wie den Dax   widerspiegeln. "Passive Anlagen sind der Weg zum Erfolg", glaubt Nauhauser.

Auch Stefan Heine, Honorarberater der privaten Quirin Bank  , empfiehlt ETFs als gute Anlagestrategie: "Sie sind kostengünstig, und bereits mit einem Produkt hält man ein breites Spektrum an Anteilen", sagt er. Da sie selbst kaum daran verdienen, bieten die großen deutschen Bankhäuser ETFs jedoch meist nicht von selbst an. Der Kunde muss seinen Berater explizit auf die passiven Indexfonds ansprechen.

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