Geldanlage So viele Aktienbesitzer wie jetzt gab es zuletzt vor der Finanzkrise

Die Niedrigzinsen treiben viele Deutsche in Anlageformen abseits des Festgelds: Im vergangenen Jahr gab es so viele Aktionäre wie zuletzt 2007 - trotz der zunehmenden Börsenturbulenzen.
Börse in Frankfurt

Börse in Frankfurt

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

Die Zahl der Aktienbesitzer ist 2018 in Deutschland auf das Niveau kurz vor Ausbruch der Finanzkrise gestiegen. Im Jahresschnitt waren es rund 250.000 Aktionäre und Besitzer von Aktienfondsanteilen mehr als noch 2017, teilte das Deutsche Aktieninstitut (DAI) mit.

Insgesamt besaßen rund 10,3 Millionen Bürger über 14 Jahren Anteilsscheine von Unternehmen oder Aktienfonds. "Damit erreicht die Zahl der Aktienbesitzer den höchsten Wert seit 2007", sagte DAI-Chefin Christine Bortenlänger.

Ein Grund für den Anstieg dürften die anhaltenden Niedrigzinsen sein. Klassische Sparformen wie Festgeldkonten werfen kaum noch etwas ab. Besonders beliebt waren Fonds-Anteile, die Zahl der Besitzer stieg um 617.000. Die Anzahl der direkten Aktionäre sank hingegen um 373.000 auf gut 4,5 Millionen.

Das Börsenjahr 2018 brachte jedoch nur wenigen Anlegern Profit, ab Mitte Juni sanken die Kurse tendenziell fast überall. Der deutsche Leitindex Dax   büßte insgesamt mehr als 18 Prozent ein und verzeichnete damit das verlustreichste Jahr seit 2008.

Andere Anlageformen dominieren

Die Aktionärszahlen sind trotz des vierten Jahrs mit einem Anstieg in Folge von den Zeiten der Börseneuphorie zu Beginn der Nullerjahre noch ein gutes Stück entfernt. 2001 gab es in Deutschland fast 13 Millionen Aktionäre. Das Platzen der New-Economy-Blase am Neuen Markt verschreckte damals jedoch viele Kleinanleger nachhaltig.

Nach wie vor sehr beliebt sind Einlagen bei Banken, zum Beispiel Giro-, Tagesgeldkonten oder Festgeldkonten. Ende September 2018 steckten der Bundesbank zufolge 2405 Milliarden Euro in Bankeinlagen oder wurden als Bargeld aufbewahrt. Fast ebenso hoch auf der Beliebtheitsskala der privaten Haushalte stehen Lebensversicherungen und andere Altersvorsorge-Produkte.

In Aktienbeständen und sonstige Anteilsrechten hatten die Deutschen demnach 643,8 Milliarden Euro investiert, dazu kamen 595,7 Milliarden Euro in Investmentfonds.

fdi/dpa
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