Geldvermögen Deutsche sind so reich wie nie

Die Konten der Deutschen sind prall gefüllt. Im vergangenen Jahr sparten sie so viel Geld an wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das Gesamtvermögen erreichte einen Rekord. Gleichzeitig wuchs aber die Verschuldung der privaten Haushalte stärker als in den Vorjahren.
Euro-Münzen: Vermögen der Deutschen Ende 2012 bei rund 4,94 Billionen Euro

Euro-Münzen: Vermögen der Deutschen Ende 2012 bei rund 4,94 Billionen Euro

Foto: Oliver Berg/ dpa

Frankfurt - Die Deutschen haben 2012 so viel neues Vermögen angehäuft wie seit 1993 nicht mehr: Binnen eines Jahres vermehrte sich der Besitz der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Bankeinlagen oder Ansprüchen gegenüber Versicherungen um knapp 157 Milliarden Euro, wie die Bundesbank am Freitag mitteilte.

Hinzu kamen Kursgewinne an den Kapitalmärkten von 72 Milliarden Euro, die damit nahezu ein Drittel des gesamten Anstiegs von zusammen 229 Milliarden Euro ausmachten.

Damit sind die Deutschen so reich wie nie: Zum Jahresende kletterte das Vermögen auf die Rekordhöhe von knapp 4,94 Billionen Euro - ein Plus von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Allerdings legte auch die Verschuldung der privaten Haushalte stärker zu als in den Vorjahren. Sie stieg um ein Prozent auf rund 1,57 Billionen Euro. Haupttreiber dieser Entwicklung war die wachsende Zahl von Immobilienkrediten.

Hintergrund sind die dauerhaft niedrigen Zinsen im Zuge der Krisenpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Durch die erneute Zinssenkung der EZB am Donnerstag von 0,75 auf 0,5 Prozent dürfte es für die Sparer künftig noch weniger Rendite geben.

Rechnet man Geldvermögen und Schulden der Deutschen zusammen, kommen die Deutschen immer noch gut weg: Das Nettogeldvermögen stieg demnach im vergangenen Jahr um knapp 214 Milliarden auf 3,37 Billionen Euro.

Kürzlich hatte eine Studie der EZB für Aufregung gesorgt, wonach die Deutschen weniger Vermögen besitzen als die Menschen in europäischen Krisenländern. Allerdings bezog sich diese Untersuchung nicht nur auf die Geldvermögen, sondern auch auf Werte wie Immobilienbesitz. Zudem gab es heftige Kritik an den Methoden der EZB-Erhebung.

mmo/dpa/Reuters