Geldpolitik EZB hält an Mini-Leitzins fest

Die Europäische Zentralbank setzt weiter auf billiges Geld für Banken: Trotz der allmählichen Erholung der Wirtschaft hält sie den Leitzins in den 16 Euro-Ländern bei einem Prozent. Eine Erhöhung des Satzes, zu dem sich Institute untereinander Geld leihen, erwarten Experten frühestens Mitte 2010.

EZB-Präsident Trichet: Billiges Geld für Banken
dpa

EZB-Präsident Trichet: Billiges Geld für Banken


Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins für den Euroraum auf dem Rekordtief von 1,00 Prozent belassen. Das teilten die Währungshüter am Donnerstag nach ihrer turnusmäßigen Sitzung in Frankfurt am Main mit.

"Die derzeitigen Zinsen bleiben angemessen", sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet zu der Entscheidung. Die jüngsten Konjunkturdaten hätten die Erwartungen der EZB bestärkt. Die Daten signalisierten im zweiten Halbjahr ein Wachstum im Quartalsvergleich, so Trichet.

Im Jahr 2010 dürfte sich die Wirtschaft graduell erholen und die Konjunktur vor allem von einer Erholung der Exporte profitieren. Zudem dürfte sich auch der Lagerzyklus positiv auf die Konjunkturentwicklung auswirken. Das Vertrauen könnte schneller als bisher erwartet zurückkommen. "Die Unsicherheit bleibt jedoch hoch", sagte Trichet. Die Risiken für den Ausblick blieben ausgewogen

Neben der EZB hat auch die US-Notenbank trotz der Konjunkturbelebung noch keine Hinweise auf den Zeitpunkt für eine Zinserhöhung gegeben. Die Federal Reserve (Fed) blieb am Mittwoch bei ihrer Formulierung, dass der Leitzins voraussichtlich "für einen längeren Zeitraum" in seiner historisch niedrigen Spanne zwischen Null und 0,25 Prozent verharren werde.

Auch die Bank von England sah von einer Anhebung der Zinsen ab. Der Leitzins in Großbritannien bleibt bei 0,5 Prozent. Zugleich kündigte die Notenbank an, ihr Programm zum Aufkauf von Wertpapieren um 25 Milliarden Pfund auf 200 Milliarden Pfund auszubauen.

ssu/AP/dpa-AFX



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