Geldwäscheskandal US-Justizministerium ermittelt gegen Danske Bank

Es geht um annähernd 200 Milliarden Dollar: Der Geldwäscheskandal bei der Danske Bank interessiert nun auch das Justizministerium in den USA. Das dänische Finanzinstitut hat bereits den Chef ausgetauscht.

Danske Bank in Kopenhagen
REUTERS/Jacob Gronholt-Pedersen/File Photo

Danske Bank in Kopenhagen


Bis vor Kurzem war die Danske Bank außerhalb Dänemarks kaum bekannt. Das hat sich grundlegend geändert, seit bekannt wurde, dass sie in großem Stil in Geldwäsche verstrickt war. Nun ermitteln auch die US-Behörden gegen das Geldinstitut. Die größte dänische Bank habe Auskunftsersuchen wegen eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens des US-Justizministeriums erhalten, teilte die Danske Bank mit. Das Geldhaus kooperiere mit den Behörden.

Wegen der milliardenschweren Geldwäsche-Affäre ermitteln bereits seit einiger Zeit Staatsanwälte in Dänemark und Estland. Eine interne Untersuchung der Danske Bank hatte ergeben, dass der größte Teil des von 2007 bis 2015 über die Niederlassung in Estland geflossenen Geldes von 200 Milliarden Euro verdächtig gewesen sei. Auf einer Liste tauchten dabei vor allem britische und russische Firmen auf.

Zudem stoppte die Bank nun ihre Aktienrückkäufe, nachdem die dänische Finanzaufsicht die Kapitalanforderungen für die Danske Bank verschärfte. An der Börse fielen die Aktien um drei Prozent auf den niedrigsten Stand seit Januar 2015. Die Risiken bei der Danske Bank seien größer als bislang angenommen, begründeten die Finanzaufseher die Verschärfung der Kapitalanforderungen. Die Danske Bank betonte, die strengeren Vorgaben bereits zu erfüllen.

Im Zuge des Skandals ist bereits Vorstandschef Thomas F. Borgen zurückgetreten, Anfang der Woche setzte der Aufsichtsrat das Vorstandsmitglied Jesper Nielsen als Interimschef ein.

fdi/Reuters

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