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31. Mai 2013, 16:21 Uhr

Fund von Gen-Getreide

Japan und Südkorea stoppen Weizenimporte aus USA

Japan und Südkorea reagieren auf den Fund von genmanipuliertem Weizen in den USA. Die beiden Länder haben die Einfuhr des Getreides gestoppt. Der Weizenpreis sank den zweiten Tag in Folge.

Tokio - Der Fund von genmanipuliertem Weizen im US-Bundesstaat Oregon hat Folgen. Nach Japan stoppte am Freitag auch Südkorea aus Angst vor Verunreinigungen den Import von US-Weizen. Die Einfuhren würden erst nach Beendigung aller Tests wiederaufgenommen, teilten die Behörden am Freitag mit.

Es werde geprüft, ob die genmanipulierte Sorte auch in anderem Getreide oder Mehl zu finden sei. Normalerweise deckt Südkorea rund die Hälfte seines Importbedarfs mit US-Weizen. Zuvor hatte bereits Japan eine größere Bestellung zurückgezogen. Man habe "keine andere Wahl", teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Andere asiatische Staaten hoben ihre Sicherheitsvorkehrungen an. Die Europäische Union will ihre Tests ausweiten.

Im April wurde auf einem Feld in Oregon nicht genehmigter, gentechnisch veränderter Weizen gefunden, der ursprünglich vom Biotech-Giganten Monsanto entwickelt worden war. Monsanto gibt indes seinen Kampf für Gentechnik in Euroa auf. "Wir machen keine Lobbyarbeit mehr für den Anbau in Europa", sagte Monsantos Europa-Pressechef Brandon."

Laut US-Landwirtschaftsministerium geht von der Weizensorte keine Gefahr für Menschen aus. Zudem gebe es keine Hinweise, dass die Sorte überhaupt in den Umlauf gekommen sei. Obwohl der Fund bereits einige Zeit zurück liegt, hatte die Regierung erst in dieser Woche die Öffentlichkeit informiert.

Am Freitag sank der Preis für Weizen den zweiten Tag in Folge. Sorgen um langfristige Auswirkungen auf die US-Exporte verbilligten den Weizen-Kontrakt um fast 0,6 Prozent auf 6,94 Dollar je Scheffel. Asien importiert jährlich mehr als 40 Millionen Tonnen Weizen und damit rund ein Drittel des gesamten Handelvolumens. Der Großteil kommt aus den USA.

cte/Reuters

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