Milliardenabschreibung General Electric tauscht Vorstandschef Flannery aus

John Flannery, Vorstandschef von General Electric, muss gehen. An seine Stelle tritt Lawrence Culp. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen eine Milliardenabschreibung im Kraftwerksgeschäft an.

John Flannery
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John Flannery


Der US-Industriekonzern General Electric (GE) hat im Zuge einer überraschenden Milliardenabschreibung im Kraftwerksgeschäft seinen Chef John Flannery ausgetauscht. An seine Stelle soll mit sofortiger Wirkung Ex-Danaher Chef Lawrence Culp treten, teilte der Siemens-Rivale mit. Zudem wird Thomas Horton, der von 2011 bis 2013 CEO von American Airlines war, neuer Lead Director.

Culp war bis 2014 Vorstandschef des Mischkonzerns Danaher. Seit April gehört der 55-Jährige dem GE-Board an. Grund für den Rauswurf Flannerys sei eine massive Milliardenabschreibung in der Kraftwerkssparte ("GE Power"). Durch die schwache Geschäftsentwicklung in dem Bereich musste der Konzern seine Gewinnprognose senken.

Flannery leitete den Konzern seit Juni 2017. Er löste den Vorstandsvorsitzenden Jeffrey Immelt ab, der überraschend gehen musste.

GE rechnet damit, den gesamten Firmenwert in der Kraftwerksparte von 23 Milliarden US-Dollar abschreiben zu müssen. Denn der Markt für große Gasturbinen, für die GE bekannt ist, brach weltweit stark ein. General Electric hatte seine Geschäfte in diesem Bereich allerdings mit der Alstom-Übernahme im letzten Jahr noch einmal verstärkt.

Flannery kündigte während seiner Amtszeit den Ausstieg GEs aus zwei großen Branchen an: Aus der Gesundheit sowie aus Öl und Gas. Damit wollte er den Traditionskonzern in eine neue Richtung lenken und sich ganz auf das Geschäft mit Luftfahrt und Energie konzentrieren.

Wegen der schwachen Geschäftsentwicklung stampfte GE auch sein diesjähriges Gewinnziel für den Gesamtkonzern ein. An der Börse kam der personelle Wechsel zunächst gut an: Die GE-Aktie legte kräftig zu.

dpa/mje

insgesamt 4 Beiträge
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mhuz 01.10.2018
1.
Wenn das tun einer Firma überbewertet wird, dann ist es seit Jahrzehnten GE. Die Firma kauft Teure Firmen, wirbelt wie verrückt rum, hauptsächlich man tut was und betreibt Hektik , und nach dem alles nieder gemacht wurde, werden die Firmen billig abgeschoben bzw. aufgelöst.
jsavdf 01.10.2018
2. Warte mal...
Hat nicht Siemens sein Gasturbinengeschäft abgeschrieben weil Siemens sich auf kleine und mittlere Turbinen konzentrierte. Das Geschäft lag damals bei großturbinen, die ja GE und Alstrom herstellen. Also irgendwas passt nicht zusammen... kann mich bitte wer aufklären?
jomai 01.10.2018
3. Gähn...
dass Gewinn und Cash-Flow Ziele für diese Jahr nicht zu halten sind ist ja nun wirklich keine Überraschung. Wie man aber auf große Gasturbinen als wesentlicher Bestandteil der zukünftigen Geschäftsstrategie setzen kann ist mir schleierhaft. Von einem neuen Chef hätte ich dazu eigentlich klare Worte erwartet. Außer natürlich er hat bereits eingesehen dass an Chapter 11 sowieso kein Weg vorbei führt.
jomai 01.10.2018
4. @jsavdf
Nein, Siemens hat das Gasturbinengeschäft nicht abgeschrieben sondern versucht das Großturbinengeschäft halbwegs zu sanieren (in dem um die 6000 Stellen abgebaut werden) und versucht gleichzeitig für dieses Geschäft einen strategischen Partner in China zu finden. Zusätzlich setzt Siemens auf sogenannte Industrieturbinen, mit kleiner bis mittlerer Leistung, und hat Dezentrale Energieerzeugung als ein wichtiges Geschäftsfeld definiert.
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