Geplante Werksschließungen in den USA Trump attackiert General Motors

Im Herbst drohte Donald Trump GM mit Subventionskürzungen - dennoch rollte in Lordstown kürzlich das vorerst letzte Auto vom Band. Nun hat sich der US-Präsident auch an die Gewerkschaft gewandt.

GM-Werk in Lordstown
AP

GM-Werk in Lordstown


US-Präsident Donald Trump hat den Autokonzern General Motors (GM) Chart zeigen wegen geplanter Werksschließungen scharf angegriffen. Er habe GM-Chefin Mary Barra bei einem Telefonat dazu aufgefordert, den Weiterbetrieb des Werks in Lordstown im US-Bundesstaat Ohio sicherzustellen, twitterte Trump. "Ich bin nicht glücklich, dass es geschlossen ist, wenn alles sonst in unserem Land boomt. Ich habe sie aufgefordert, es zu verkaufen oder schnell etwas zu unternehmen."

Es war bereits der dritte Tweet am Wochenende, in dem Trump sich mit GM und dem Werk in Lordstown beschäftigte. In dem Werk war erst vor Kurzem das vorerst letzte Auto vom Band gerollt. GM legte die Anlage vor zehn Tagen still. Der Fahrzeughersteller schließt wegen der Umstellung auf Elektroautos mehrere Werke und streicht insgesamt bis zu 15.000 Stellen - sehr zum Unmut Trumps.

Nach GMs Ankündigung im vergangenen November, das Werk zu schließen, hatte der Präsident mit einem Subventionsstopp gedroht. Er erinnerte daran, dass GM nach der Finanzkrise des Jahres 2008 von der Regierung des damaligen Präsidenten Barack Obama durch ein massives Rettungsprogramm vor dem Aus bewahrt worden war.

Nun rief Trump den örtlichen Chef der einflussreichen US-Autogewerkschaft UAW, David Green, dazu auf, aktiv zu werden und Ergebnisse zu liefern. "Ich will schnell Taten bei Lordstown. Hör auf, dich zu beschweren, und erledige den Job." Nach dem Telefonat mit Barra schrieb er, sie habe die Gewerkschaft verantwortlich gemacht. "Das ist mir egal." Er wolle nur, dass das Werk wieder die Arbeit aufnehme.

Donald Trump
AP

Donald Trump

"GM hat unser Land im Stich gelassen, aber andere, bessere Autofirmen kommen scharenweise in die USA", hatte Trump am Sonntag geschrieben. Am Tag zuvor hatte er getwittert: "Weil die Wirtschaft so gut läuft, muss General Motors seine Fabrik in Lordstown, Ohio, öffnen." Das müsse "vielleicht in einer anderen Form oder mit einem neuen Besitzer" geschehen, auf jeden Fall aber "schnell".

apr/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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aurichter 18.03.2019
1. Luschtig
Sein ehemaliger Lieblingsspruch war "You are fired", was er heute auch noch gern macht, aber dort will er mit seinen Twittermaßnahmen Arbeitsplätze sichern und ein paar Wählerstimmen einfangen. Natürlich ist es vordergründig gut, wenn der Mann sich für den Erhalt von Arbeitsplätzen einsetzt, nur geht es hier primär nicht um diese Arbeitsplätze, sondern um sein angeschlagenes Image und fallende Wählergunst. Witzig auch wieder, dass Wirtschaftsbosse wie hier Barra den Schuldigen sofort mit der Gewerkschaft aufbieten kann. Eigene Schuld und Unzulänglichkeiten gibt es bei diesen Bonus-Jägern natürlich nicht, die profitieren über Aktienpakete und Einsparungspotential durch steigende Börsenkurse noch an diesem Leid anderer Menschen. Fazit: Alles nur Show mit vermutlich keinem Ergebnis. Die Menschen bleiben Arbeitslos!
willibaldus 18.03.2019
2.
Der Strukturwandel bei der Autoindustrie kommt auf jeden Fall. 11 JAhre sind eine lange Zeit in manchen Branchen der Industrie.
mimas101 18.03.2019
3. tststs
Ist das alles was der Präsident der Washingtoner Altstadt an Wirtschaftspolitik noch aufbieten kann? Die Töff-Töff-Bauer machen gerade einen Strukturwandel durch und fürs Anschrauben von 4 Elektromotoren an 4 Räder (ob es das auch in den USA gibt weiß ich allerdings nicht, hier haben Autos nun mal 4 Räder) und fürs Verkabeln eben dieser mit einem Drehpoti braucht es nunmal keine humane Arbeitskraft mehr denn das kann selbst der dümmste Roboter besser und billiger erledigen, inbesondere wenn er in einem Niedriglohnland steht. Außerdem setzt Trump voraus das die Nachfrage bei Autos konstant hoch bleibt - und das dann andere zum Zuge kommen wenn GM nicht liefert. Mit anderen kann er allerdings nicht die US-Autofirmen mit gemeint haben.
kajoter 18.03.2019
4. Typisch Trump
Kein generelles Ökonomie-Wissen, kein Detailwissen, kein Plan, kein Konzept - no nothing. So geht man eben mehrmals pleite wie Trump. Und so drängt man eben ein ganzes Land an den Abgrund. Beispiel: Strafzölle, die zusätzliche Kosten von 3 Milliarden USD pro Monat verursachen. Schlussfolgerung: Er hat nichts aus seinen Pleiten gelernt. Noch nicht einmal, dass er seinem Gefühl, dem er nach eigenem Bekunden immer den Vorrang vor Fakten gibt, nicht trauen kann. Ich frage mich ernsthaft, ob es irgendein Gebiet gibt, auf dem er nicht ein Versager, ein Ignorant oder gefährlicher Mensch ist. Mir fällt nur seine grandiose Selbstüberschätzung en.
Pickle__Rick 18.03.2019
5.
"I don't care, I just want it open!" Es sagt auch vor den geplatzen Gesprächen mit Nordkorea, dass ihn die Warnungen und Sorgen nicht interessieren. Das sei ja nur was für Loser ohne Ambitionen. Am Ende hat sich die Realität dann leider nicht für Mc Donalds Wünsche interessiert. Das Ergebnis ist bekannt. Genau so wie bei den sechs Unternehmen, die er in den Sand gesetzt hat. Wer in diesem Fall was schuld ist, ist unklar. Klar ist aber, dass man hier das blonde Riesenbaby nicht braucht um eine Lösung zu finden. Lass die Leute arbeiten Donny und geh Hamberder futtern.
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