General Motors Mercedes-Manager soll Opel-Chef werden

Er gilt als besonders krisenerfahrener Sanierer: Der stellvertretende Chef von Mercedes-Benz, Rainer Schmückle, soll nach Informationen des SPIEGEL den Führungsposten bei Opel übernehmen. EU-Kommisar Verheugen hat indes vor weiteren Hilfen für den Autobauer gewarnt.

Mercedes-Manager Schmückle: Favorit für die Opel-Spitze
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Mercedes-Manager Schmückle: Favorit für die Opel-Spitze


Hamburg - 2005 hatte ihn Mercedes-Chef Eckhard Cordes vom amerikanischen Lkw-Bauer Freightliner nach Stuttgart geholt, nun soll er Opel aus der Misere führen. Nach Informationen des SPIEGEL gilt Rainer Schmückle, stellvertretender Chef von Mercedes-Benz, als Favorit für die Opel-Spitze.

Schmückle ist ein erfahrener Sanierer: Mercedes verordnete er zuletzt ein drastisches Sparmodell. Deshalb war er im Unternehmen nicht unumstritten. Bandarbeiter legten die Arbeit nieder, weil die Takte zu kurz waren. Manager kritisieren Schmückles Führungsstil.

In der Vergangenheit hat Schmückle mehrfach den Retter in der Krise gespielt: Er sanierte bei der früheren Bahntechnik-Tochter Adtranz, bewahrte den amerikanischen Lkw-Bauer Freightline vor dem Untergang und holte Mercedes aus den roten Zahlen. Den Notverkauf von Chrysler konnte er allerdings seinerzeit nicht verhindern.

EU-Industriekommissar Günter Verheugen hat indes die EU-Staaten gewarnt, in denen General Motors (GM) Fabriken besitzt. Er höre, dass es von einzelnen Ländern "schon informelle Zusagen" für Hilfen an GM gebe, sagte Verheugen dem SPIEGEL: "Das finde ich alarmierend." Staatliche Beihilfen seien ein Eingriff in den Wettbewerb und deshalb verboten. Ausnahmen könnten von der Kommission genehmigt werden. Sie dürften aber "nicht an den Erhalt von Arbeitsplätzen an einem bestimmten Ort geknüpft sein".

"In die normalen Bahnen der Marktwirtschaft zurückkehren"

Nach Informationen des SPIEGEL soll Großbritannien dem neuen GM-Europachef Nick Reilly bereits Kreditbürgschaften über 400 Millionen Euro in Aussicht gestellt haben, Spanien soll 300 bis 400 Millionen geboten und Polen Steuererleichterungen versprochen haben. Belgische Politiker sollen dem GM-Manager bis zu 500 Millionen in Aussicht gestellt haben, wenn der Konzern auf die Schließung des Werks Antwerpen verzichtet. Doch dies habe Reilly abgelehnt.

Der neue GM-Europachef verhandelt dem SPIEGEL zufolge auch mit Renault und Nissan über die gemeinsame Entwicklung und Produktion eines kleinen Lieferwagens.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sperrt sich weiter gegen staatliche Hilfen für Opel. "Ich habe mit Interesse die Einschätzung von GM-Chef Henderson und GM-Verwaltungsratschef Whitacre gelesen, der Mutterkonzern könne das alleine stemmen. Ich hielte das auch für geboten", sagte Brüderle dem "Hamburger Abendblatt". "Wir sollten allmählich in die normalen Bahnen der sozialen Marktwirtschaft zurückkehren."

han/dpa



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mr green 03.11.2009
1.
was soll man sagen?das ganze ist so irrwitzig und abstrakt, dass einem schlicht die worte fehlen...dumm gelaufen....wär fast eine lustige parodie, wenn es dabei nicht um menschen gehen würde. aber rational gesehen, handhaben wir ja zwischenzeitlich alles systemisch...von demher: naiv ist der, der sich noch über irgendetwas wundert!
Haio Forler 03.11.2009
2.
Zitat von sysopGeneral Motors will Opel jetzt doch behalten - und lässt den Deal mit Magna platzen. Wie blamiert ist die deutsche Politik nach dem Hin und her?
Kann nicht Quelle mal langsam Opel übernehmen? Oder Ravensburger? Ich kann das widerlich-langweilige Thema langsam nicht mehr hören. Macht mit Opel, was ihr wollt. Nur lasst uns langsam in Ruhe mit dem Gähnfaktor. Wer kauft schon einen Astra.
erben2 04.11.2009
3. Blamage??
Zitat von sysopGeneral Motors will Opel jetzt doch behalten - und lässt den Deal mit Magna platzen. Wie blamiert ist die deutsche Politik nach dem Hin und her?
Blamiert? Wieso? Die Herren Koch, Rüttgers und zu Gutenberg haben sich schon vorher der Lächerlichkeit preis gegeben. Herr Rüttgers flog in den USA um für die Arbeiter in Bochum zu kämpfen. Herr zu Gutenberg stand als bestangezogener Politiker Deutschlands in New York und war kurz davor den Ackemann zu machen (Victory) und Herr Koch gab uns schon vor Monaten den Schwätzer. Es geht nicht um die Blamage der deutschen Politik, dazu braucht man auch keine Opel-Krise. Es geht um Tausende Menschen, die sich von der Geschwätzigkeit, der Eitelkeit und der Unehrlichkeit der meisten Beteiligten haben veralbern lassen. Es geht um Arbeiter und Angestellte in den Fabriken, denen in deutscher Sprache das Hemd ausgezogen wurde und die jetzt zu hören bekommen, dass die Manager bei GM schuld sind. Die Krise und Wahlkampf - eine schlimme Kombination.
smokeonit 04.11.2009
4. richtig
richtige Entscheidung! nur unter GM hat Opel eine Chance zu überleben!
Philip Marlowe 04.11.2009
5. Die deutsche Politik
hat nur einmal mehr ihre Realitätsverweigerung bewiesen. Spätestens seit der de facto Verstaatlicheung von General Motors steht der Konzern nicht mehr finanziell mit dem Rücken zur Wand und der (Not-)Verkauf eines der produktivsten Unternehmensteile ist unternehmerischer Widersinn geworden. In Detroit konnte man sich beruhigt zurücklehnen und abwarten, wieviele Milliarden die Deutschen bis zur Bundestagswahl noch lockermachen. Und jetzt sagt man den Schwachsinn mit Magna und der quasi-staatlichen russischen Bank eben wieder ab. That's life...
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