US-Autobauer Rettung von General Motors kostete zehn Milliarden Dollar

Die US-Regierung schlägt die restlichen Anteile an General Motors los, der Autokonzern ist wieder komplett eigenständig. Nun steht fest: Unterm Strich kostete die Rettung die Steuerzahler zehn Milliarden Dollar.

GM-Zentrale in Detroit: "Dieses wichtige Kapitel ist damit geschlossen"
DPA

GM-Zentrale in Detroit: "Dieses wichtige Kapitel ist damit geschlossen"


Washington - Mehr als vier Jahre nach der staatlichen Rettungsaktion haben die USA ihre letzten Anteile am Autobauer General Motors (neu) Chart zeigen verkauft. Die Regierung habe die restlichen 31,1 Millionen Aktien abgestoßen, teilte Finanzminister Jack Lew am Montag in Washington mit. "Dieses wichtige Kapitel in der Geschichte unserer Nation ist damit geschlossen", sagte er.

Die spektakuläre Rettung des Autobauers während der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009 hat die US-Steuerzahler damit unterm Strich zehn Milliarden Dollar gekostet. Die Rechnung kommt zustande, weil die ursprüngliche GM-Unterstützung die Regierung knapp 50 Milliarden Dollar gekostet hatte. Mit dem Verkauf der Anteile erlöste sie insgesamt rund 39,5 Milliarden Dollar.

Allerdings wurden zehntausende Arbeitsplätze erhalten. Die US-Regierung hatte denn auch stets betont, dass es ihr bei der GM-Rettung um Jobs ging - und nicht um einen finanziellen Gewinn.

1,5 Millionen Jobs gerettet

Die Opel-Mutter General Motors hatte - ebenso wie der Rivale Chrysler - wegen ausbleibender Verkäufe in der Wirtschaftskrise massive Verluste erlitten, so dass ihm die Regierung beispringen musste - dabei sind Staatshilfen für Unternehmen in den USA verpönt.

Einer Studie des Center for Automotive Research zufolge haben die Hilfen der Regierung an die US-Autobauer aber insgesamt 1,5 Millionen Arbeitsplätze in den USA gerettet und zudem rund 105 Milliarden Dollar Einnahmen über die Einkommensteuer und Beiträge in die Sozialversicherungen generiert. Zudem schreibt GM schon länger wieder schwarze Zahlen.

"Nun kann GM den Makel 'Government Motors' endgültig hinter sich lassen und das ist ein wichtiger Schritt nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für dessen Kunden", sagte der Auto-Analyst Matthew Stover von Guggenheim Securities. GM selbst teilte am Montagabend mit, der Konzern sei dankbar dafür, eine zweite Chance erhalten zu haben. "Und wir geben unser Bestes, das Beste daraus zu machen", sagte Firmenchef Dan Akerson.

yes/Reuters/dpa



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