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12. Dezember 2013, 19:56 Uhr

Trennung von Sieben-Prozent-Anteil

General Motors verkauft PSA-Beteiligung

Der US-Autohersteller General Motors steigt überraschend als Aktionär bei seinem französischen Partner PSA Peugeot Citroën aus. Der Opel-Mutterkonzern wird seinen Sieben-Prozent-Anteil an "institutionelle Anleger" verkaufen. Die Kooperation zwischen den Unternehmen wird zusammengestrichen.

Paris - Die Opel-Mutter General Motors (GM) räumt beim kriselnden Autobauer Peugeot für den chinesischen Staatskonzern Dongfeng das Feld. GM kündigte am Donnerstag an, seine Beteiligung von sieben Prozent zu verkaufen. Die beiden Hersteller wollen zwar weiterhin zusammenarbeiten, aber in einem deutlich geringeren Umfang als geplant: Die gemeinsame Entwicklung von Kleinwagen wird gestoppt. Dafür kooperieren die beiden Konzerne weiter bei Lieferwagen und Kleintransportern. Der im Jahr 1810 gegründete Peugeot-Konzern stellt vor allem kleinere Autos her und leidet anders als deutsche Premiumhersteller seit Jahren unter der Schuldenkrise in Europa.

Gleichzeitig verhandelt PSA derzeit mit dem chinesischen Autobauer Dongfeng über eine Kapitalbeteiligung. Die Gespräche befänden sich aber erst "in einem vorbereitenden Stadium", teilte Peugeot am Donnerstag in Paris mit. Mit Dongfeng betreibt PSA bereits das gemeinsame Unternehmen DPCA, das drei Werke in China hat.

Medienberichten zufolge könnte außerdem der französische Staat bei PSA einsteigen, um eine Kapitalerhöhung für den angeschlagenen Konzern zu ermöglichen. Wegen andauernder Absatzprobleme und ungünstiger Wechselkursentwicklungen rechnet PSA für das laufende Jahr mit Abschreibungen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro.

General Motors hatte sich zu Beginn der Zusammenarbeit auch am Kapital von Peugeot beteiligt. Nun gibt der Konzern seine 24,8 Millionen Anteilsscheine komplett ab. "Unsere Beteiligung war als Unterstützung der Bemühungen von PSA geplant, sich zum Zeitpunkt der Schaffung der Allianz von GM und PSA Kapital zu beschaffen", hieß es von dem US-Konzern. "Diese Unterstützung wird nicht mehr gebraucht."

Das Bündnis der Unternehmen bleibe aber "stark", sagte GM-Vizechef Steve Girsky. Der Schwerpunkt liege auf der Zusammenarbeit bei der Autoproduktion, beim Einkauf und in der Logistik. GM hatte sich angesichts von Absatzschwierigkeiten auf dem europäischen Markt zu der Kooperation mit PSA entschlossen: Während der US-Konzern insgesamt gute Gewinne einfährt, schreibt die deutsche Tochter Opel rote Zahlen.

PSA und Opel teilten am Donnerstag außerdem mit, dass das Nachfolgemodell des Opel Zafira künftig in Frankreich im Werk Sochaux gebaut werde. Im Opel-Stammwerk im hessischen Rüsselsheim solle ein neues Modell angesiedelt werden. Die Partner verzichten aber auf die ursprünglich geplante gemeinsame Plattform für ein kleineres Modell.

nck/AFP/Reuters

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