Genese der Irland-Krise Endspiel in Europas Casino

Bankenautomaten in Dublin: Vom Tiger zum Pflegefall
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Bankenautomaten in Dublin: Vom Tiger zum Pflegefall

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2. Teil: Wie Irlands Banken krank wurden


Die irische Bankenkrise ist Folge eines halsbrecherischen Immobilienbooms. Dessen Ursprung liegt bald zehn Jahre zurück. Seit der Einführung des Euro gilt in der Europäischen Union ein einheitlicher Leitzins. Dieser orientierte sich zu Anfang des Jahrzehnts an der vergleichsweise niedrigen Inflationsrate in Kontinentaleuropa. Aus irischer Sicht war dieser Leitzins viel zu niedrig - denn auf der Insel war die Teuerung enorm hoch. Ein niedriger Nominalzins und eine hohe Inflation führen jedoch zu einem extrem niedrigen Realzins.

Die irische Regierung hätte darauf reagieren müssen - mit Steuererhöhungen oder indem sie die öffentlichen Ausgaben zurückfährt. Doch sie ignorierte alle Warnungen und heizte Konsum und Konjunktur durch immer neue Steuererleichterungen zusätzlich an. Es war viel zu viel Geld da - das Anleger und Konsumenten in immer neue Immobilienprojekte steckten.

Außerdem wurden die irischen Banken in dieser Zeit eher halbherzig kontrolliert - und nutzten den Boom für immer waghalsigere Geschäfte. Sie dehnten die Volumen ihrer Hypotheken-Deals immer mehr aus - und verbuchten satte Gewinne. Zwischen 1996 und 2006 vervierfachten sich die irischen Immobilienpreise.

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Irland: Aufstieg dank Niedrigsteuer
Dann brach der globale Immobilienmarkt zusammen, die Preise rasselten in den Keller, und die Hypothekenpapiere, mit denen sich Irlands Banken vollgesogen hatten, verloren rapide an Wert. Zwischen 2006 und 2010 fielen die Häuserpreise um 36 Prozent. Fast jedes fünfte Haus steht inzwischen leer.

Immer wieder müssen Geldhäuser wie die Anglo Irish Bank und die Allied Irish Bank in ihren Büchern milliardenschwere Wertberichtigungen vornehmen - ein Ende der Krise ist nicht in Sicht. Nach Angaben der irischen Notenbank beliefen sich allein die Immobilienschulden der Privatanleger Ende September auf 117,4 Milliarden Euro. Jeder 20. Kreditnehmer sei mit seinen Ratenzahlungen mehr als drei Monate im Verzug.

Schon im Herbst 2008 drohte großen irischen Banken der Zusammenbruch. Die Regierung in Dublin reagierte - mit einem beispiellosen staatlichen Rettungspaket.

insgesamt 162 Beiträge
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meinefresse 22.11.2010
1. Schon komisch
Als wir hier noch die soziale Marktwirtschaft und die Deutsche Mark hatten ging es aufwärts, die Löhne stiegen, die Arbeitslosenzahlen waren niedrig, die meisten Menschen waren zufrieden und hatten einen gewissen Wohlstand. Jetzt sind wir auf dem Weg in Richtung angelsächsisches Modell, der Finanzsektor ist wichtiger als die Realwirtschaft, ohne Rücksicht auf Mensch, Natur oder Moral zählt nur noch die Rendite. Menschen sind nur noch Humankapital, welches man mit Überstunden ausquetschen und mit 40 dann total ausgebrannt der Allgemeinheit auf's Auge drücken kann. Auf die Dauer wird das nicht mehr gutgehen...
hint 22.11.2010
2. ohne deutschlands exportüberschuss wäre das alles nicht passiert
wer hat denn seit jahren nichts anderes im sinn, als noch mehr zu exportieren und damit die europäischen mitstaaten in die enge getrieben? sollte ein staat, der mit seinem aufgeblähten niedriglohnsektor innerhalb einer gemeinschaft konkurrenzlos geworden ist, andere dafür schimpfen, dass sie nicht dem wirren neoliberalen duktus gefolgt sind? wenn die deutsche regierung nicht einmal den unterschied von betriebswirtschaft und volkswirtschaft kennt und nebenbei mal das solidaritätsprinzip untergräbt, mit hilfe der medien und pr-agenturen á la "berlin polis" jung gegen alt, mittelklasse gegen finanziell schwache aufhetzt. wenn private versicherungen für rente und jetzt auch noch pflege aus dem staat heraus gefördert werden, die ein eigentlich gut funktionieredes staatliches rentensystem zerstören. wenn diese politiker offensichtliche verbindungen haben zu den versicherern... ...ja, was dann? machen wir uns es ruhig einfach, diffamieren andere für unsere eigenen fehler.
dr_gisela_v._kerf-binsing 22.11.2010
3. Flüsterer
Neulich las ich die Prophezeiungen einiger kluger* Köpfe, wie es denn in den nächsten Jahren mit der Finanzwirtschaft aussehen wird. Nicht gut. Blickt irgendjemand aus der Bundesregierung einige Jahre vorraus? Vermutlich nicht, verlassen sich diese Leute doch aus naheliegenden Gründen auf hochbezahlte Pferdeflüsterer. Ich glaube ihnen nicht. *soweit man dies annehmen kann
don_tango 22.11.2010
4. Titel
"Als Mitglied der Euro-Zone muss die Bundesrepublik den irischen Staat vor der Pleite bewahren." Warum?
mike stevens 22.11.2010
5. Kinder und Enkel zahlen für Parteienspender
Warum Ungeborene den Reichtum der Bonibezieher zahlen liegt an den Parteispenden für Schwarzgeldparteien. Da in Deutschland Banker die Politik bestimmen, kann nur der Schwarzgeldwähler beantworten. Waaahhhnsinn schon allein diese Passage: "Die Rettung irischer Banken bedeutet auch die Rettung deutscher Institute", sagte der Wirtschaftsweise Peter Bofinger vergangenen Donnerstag im Interview mit SPIEGEL ONLINE. "Die Forderungen ausländischer Banken gegenüber irischen Schuldnern belaufen sich auf rund 320 Prozent des irischen Bruttoinlandsprodukts. Man muss sich die Frage stellen, ob der irische Staat jemals in der Lage wäre, für so hohe Verbindlichkeiten einzustehen."
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