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Bankenautomaten in Dublin: Vom Tiger zum Pflegefall
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Bankenautomaten in Dublin: Vom Tiger zum Pflegefall

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3. Teil: Wie die Banken-Malaise den irischen Staat infizierte


Die Rettung des irischen Bankensektors ist einer der gewaltigsten staatlichen Eingriffe der Finanzgeschichte. Die Regierung in Dublin garantiert für sämtliche Verpflichtungen ihrer nationalen Banken.

Sie gründete eine staatliche Auffanggesellschaft, die National Asset Management Agency, kurz: Nama. Diese ist eine Art staatliche Bad Bank, in die Institute ihre Schrottanleihen auslagern können. Die Privatbanken sollten so ihre Risiken aus ihrer Bilanz auslagern und ihre eigentliche Aufgabe wieder aufnehmen: Kredite an den Mittelstand verteilen.

Doch der Versuch, die Privatbanken zu retten, schlug fehl. Zwar hat die Nama mittlerweile Kreditpositionen in Höhe von gut 73 Milliarden Euro von den Banken übernommen. Doch die staatliche Bad Bank zahlt für die Schrottpapiere weniger als die Hälfte ihres ursprünglichen Werts. Die irischen Banken können ihre Risiken also loswerden - müssen dafür aber immer noch gewaltige Abschreibungen hinnehmen.

Am Ende wurden die Verluste einfach zu groß. Irlands Banken drohten unter die vorgeschriebene Mindestkapitalquote zu rutschen - sie hätten dann Konkurs anmelden müssen. Und andere Banken liehen ihnen angesichts der desolaten Lage kein frisches Geld mehr.

Also musste der Staat erneut einspringen: Er lieh den Banken immer neues Kapital. Fast 45 Milliarden Euro hat der Staat bereits in die Institute gepumpt. Die Regierung infizierte sich mit der Banken-Malaise. Das Haushaltsdefizit schnellte auf 32 Prozent des Bruttoinlandsprodukts empor, die Staatsverschuldung auf mehr als 100 Prozent.

Zwar hat die irische Regierung stets betont, sie habe kein Schuldenproblem, da sie erst Mitte 2011 wieder frische Kredite aufnehmen muss. Tatsächlich aber stimmt das nicht. Denn die Regierung steht für alle Verluste ihrer Institute ein, ihre Bonität ist an die Bonität der Banken gekoppelt. Und der Finanzbedarf der Banken wächst zurzeit so rapide, dass der irische Staat wohl deutlich früher frisches Geld benötigt, um sie zu retten - nicht erst Mitte 2011.

insgesamt 162 Beiträge
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meinefresse 22.11.2010
1. Schon komisch
Als wir hier noch die soziale Marktwirtschaft und die Deutsche Mark hatten ging es aufwärts, die Löhne stiegen, die Arbeitslosenzahlen waren niedrig, die meisten Menschen waren zufrieden und hatten einen gewissen Wohlstand. Jetzt sind wir auf dem Weg in Richtung angelsächsisches Modell, der Finanzsektor ist wichtiger als die Realwirtschaft, ohne Rücksicht auf Mensch, Natur oder Moral zählt nur noch die Rendite. Menschen sind nur noch Humankapital, welches man mit Überstunden ausquetschen und mit 40 dann total ausgebrannt der Allgemeinheit auf's Auge drücken kann. Auf die Dauer wird das nicht mehr gutgehen...
hint 22.11.2010
2. ohne deutschlands exportüberschuss wäre das alles nicht passiert
wer hat denn seit jahren nichts anderes im sinn, als noch mehr zu exportieren und damit die europäischen mitstaaten in die enge getrieben? sollte ein staat, der mit seinem aufgeblähten niedriglohnsektor innerhalb einer gemeinschaft konkurrenzlos geworden ist, andere dafür schimpfen, dass sie nicht dem wirren neoliberalen duktus gefolgt sind? wenn die deutsche regierung nicht einmal den unterschied von betriebswirtschaft und volkswirtschaft kennt und nebenbei mal das solidaritätsprinzip untergräbt, mit hilfe der medien und pr-agenturen á la "berlin polis" jung gegen alt, mittelklasse gegen finanziell schwache aufhetzt. wenn private versicherungen für rente und jetzt auch noch pflege aus dem staat heraus gefördert werden, die ein eigentlich gut funktionieredes staatliches rentensystem zerstören. wenn diese politiker offensichtliche verbindungen haben zu den versicherern... ...ja, was dann? machen wir uns es ruhig einfach, diffamieren andere für unsere eigenen fehler.
dr_gisela_v._kerf-binsing 22.11.2010
3. Flüsterer
Neulich las ich die Prophezeiungen einiger kluger* Köpfe, wie es denn in den nächsten Jahren mit der Finanzwirtschaft aussehen wird. Nicht gut. Blickt irgendjemand aus der Bundesregierung einige Jahre vorraus? Vermutlich nicht, verlassen sich diese Leute doch aus naheliegenden Gründen auf hochbezahlte Pferdeflüsterer. Ich glaube ihnen nicht. *soweit man dies annehmen kann
don_tango 22.11.2010
4. Titel
"Als Mitglied der Euro-Zone muss die Bundesrepublik den irischen Staat vor der Pleite bewahren." Warum?
mike stevens 22.11.2010
5. Kinder und Enkel zahlen für Parteienspender
Warum Ungeborene den Reichtum der Bonibezieher zahlen liegt an den Parteispenden für Schwarzgeldparteien. Da in Deutschland Banker die Politik bestimmen, kann nur der Schwarzgeldwähler beantworten. Waaahhhnsinn schon allein diese Passage: "Die Rettung irischer Banken bedeutet auch die Rettung deutscher Institute", sagte der Wirtschaftsweise Peter Bofinger vergangenen Donnerstag im Interview mit SPIEGEL ONLINE. "Die Forderungen ausländischer Banken gegenüber irischen Schuldnern belaufen sich auf rund 320 Prozent des irischen Bruttoinlandsprodukts. Man muss sich die Frage stellen, ob der irische Staat jemals in der Lage wäre, für so hohe Verbindlichkeiten einzustehen."
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