Genese der Irland-Krise Endspiel in Europas Casino

Bankenautomaten in Dublin: Vom Tiger zum Pflegefall
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Bankenautomaten in Dublin: Vom Tiger zum Pflegefall

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4. Teil: Warum die Rettung von Irlands Banken so teuer wird


Dass Irland gerade jetzt Finanzhilfen beantragt, ist kein Zufall. In den vergangenen Wochen fand ein regelrechter Exodus der Milliarden von der Insel statt. Viele internationale Anleger wollten den irischen Banken kein neues Geld mehr leihen. Nach SPIEGEL-Berechnungen mussten die irischen Institute ihren internationalen Gläubigern allein im September rund 55 Milliarden Euro zurückzahlen.

Im Oktober waren Irlands Institute zum Teil komplett vom regulären Kapitalmarkt abgeschnitten. Zu verkraftbaren Zinsen gab es Geld nur noch von den Zentralbanken: Bis Ende des Monats gab die Central Bank of Ireland ihnen Liquiditätshilfen in Höhe von 20 Milliarden Euro. Die Europäische Zentralbank legte noch einmal 130 Milliarden Euro drauf - zu einem Zinssatz von einem Prozent. Laut einer Analyse von Barclays Capital hängen vor allem die Bank of Ireland und die Depfa-Bank, eine Tochter der deutschen Hypo Real Estate, am Tropf der EZB.

Kurzfristkredite der EZB an irische Banken

Bank Kredite in Euro
Depfa 35 Milliarden
Anglo Irish Bank 28 Milliarden
Allied Irish Bank 27 Milliarden
Bank of Ireland 20 Milliarden
Irish Life & Permanent 11,7 Milliarden
Educational Building Society 5 Milliarden
Irish Nationwide 3 Milliarden

Quelle: Barclays Capital

Und das Ende der Fahnenstange ist damit noch nicht erreicht. Sobald das Rettungspaket für den irischen Staat steht, kann zwar die EZB ihre Kurzfristkredite zurückfahren. Die Rettung des irischen Bankensektors indes wird noch viele Milliarden verschlingen.

Noch immer schleppen die Institute Immobilienkredite im Wert von 200 Milliarden Euro mit sich herum, die nicht ausreichend wertberichtigt wurden. Damit sie diese an die Nama auslagern können, wird der Staat wieder und wieder Milliarden zuschießen müssen. Dadurch steigt der Finanzbedarf der Regierung in Dublin. Sie wird schon bald zusätzliche Kredite aufnehmen - wahrscheinlich mit Hilfe des europäischen Krisenfonds.

Das aber bedeutet: Deutschlands Steuerzahler dürften bald für Irlands Banken bürgen - ganz gleich, ob diese als systemrelevant eingestuft werden oder nicht. Denn Irlands Regierung macht bei seinem Schutzschirm keine Unterschiede: Er gilt für alle Banken.

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Schritt für Schritt: Wie Irland den Euro-Rettungstopf anzapfen kann

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meinefresse 22.11.2010
1. Schon komisch
Als wir hier noch die soziale Marktwirtschaft und die Deutsche Mark hatten ging es aufwärts, die Löhne stiegen, die Arbeitslosenzahlen waren niedrig, die meisten Menschen waren zufrieden und hatten einen gewissen Wohlstand. Jetzt sind wir auf dem Weg in Richtung angelsächsisches Modell, der Finanzsektor ist wichtiger als die Realwirtschaft, ohne Rücksicht auf Mensch, Natur oder Moral zählt nur noch die Rendite. Menschen sind nur noch Humankapital, welches man mit Überstunden ausquetschen und mit 40 dann total ausgebrannt der Allgemeinheit auf's Auge drücken kann. Auf die Dauer wird das nicht mehr gutgehen...
hint 22.11.2010
2. ohne deutschlands exportüberschuss wäre das alles nicht passiert
wer hat denn seit jahren nichts anderes im sinn, als noch mehr zu exportieren und damit die europäischen mitstaaten in die enge getrieben? sollte ein staat, der mit seinem aufgeblähten niedriglohnsektor innerhalb einer gemeinschaft konkurrenzlos geworden ist, andere dafür schimpfen, dass sie nicht dem wirren neoliberalen duktus gefolgt sind? wenn die deutsche regierung nicht einmal den unterschied von betriebswirtschaft und volkswirtschaft kennt und nebenbei mal das solidaritätsprinzip untergräbt, mit hilfe der medien und pr-agenturen á la "berlin polis" jung gegen alt, mittelklasse gegen finanziell schwache aufhetzt. wenn private versicherungen für rente und jetzt auch noch pflege aus dem staat heraus gefördert werden, die ein eigentlich gut funktionieredes staatliches rentensystem zerstören. wenn diese politiker offensichtliche verbindungen haben zu den versicherern... ...ja, was dann? machen wir uns es ruhig einfach, diffamieren andere für unsere eigenen fehler.
dr_gisela_v._kerf-binsing 22.11.2010
3. Flüsterer
Neulich las ich die Prophezeiungen einiger kluger* Köpfe, wie es denn in den nächsten Jahren mit der Finanzwirtschaft aussehen wird. Nicht gut. Blickt irgendjemand aus der Bundesregierung einige Jahre vorraus? Vermutlich nicht, verlassen sich diese Leute doch aus naheliegenden Gründen auf hochbezahlte Pferdeflüsterer. Ich glaube ihnen nicht. *soweit man dies annehmen kann
don_tango 22.11.2010
4. Titel
"Als Mitglied der Euro-Zone muss die Bundesrepublik den irischen Staat vor der Pleite bewahren." Warum?
mike stevens 22.11.2010
5. Kinder und Enkel zahlen für Parteienspender
Warum Ungeborene den Reichtum der Bonibezieher zahlen liegt an den Parteispenden für Schwarzgeldparteien. Da in Deutschland Banker die Politik bestimmen, kann nur der Schwarzgeldwähler beantworten. Waaahhhnsinn schon allein diese Passage: "Die Rettung irischer Banken bedeutet auch die Rettung deutscher Institute", sagte der Wirtschaftsweise Peter Bofinger vergangenen Donnerstag im Interview mit SPIEGEL ONLINE. "Die Forderungen ausländischer Banken gegenüber irischen Schuldnern belaufen sich auf rund 320 Prozent des irischen Bruttoinlandsprodukts. Man muss sich die Frage stellen, ob der irische Staat jemals in der Lage wäre, für so hohe Verbindlichkeiten einzustehen."
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