Gentechnik Monsanto schasst wichtigsten Lobbyisten

Er tat, was er konnte - doch es hat nicht gereicht: Der Agrar-Multi Monsanto hat seinen obersten Pressechef in Deutschland entlassen. Der hatte es trotz immensen Einsatzes nicht geschafft, das Image des US-Gentechnikkonzerns zu verbessern.
Firmenschild von Monsanto: Relative Erfolglosigkeit

Firmenschild von Monsanto: Relative Erfolglosigkeit

Foto: A2824 Franz-Peter Tschauner/ dpa

Hamburg - Der US-amerikanische Agrar-Multi Monsanto hat seinen wichtigsten Strippenzieher in Deutschland vor die Tür gesetzt: Andreas Thierfelder, langjähriger Director Corporate Affairs, hat das Unternehmen nach Informationen des SPIEGEL bereits Ende August verlassen, seine Stelle wurde ersatzlos gestrichen. Thierfelder war der Chef-Lobbyist und das Sprachrohr für den umstrittenen Gentechnik-Konzern in Deutschland.

Seine Entlassung sei Teil einer Umstrukturierung, hieß es beim Unternehmen. Künftig übernehme die Geschäftsführung einige der Bereiche. Als Grund für die Entlassung vermuten Branchenkenner jedoch die relative Erfolglosigkeit von Thierfelders Arbeit: Zwar ist der Chef-Lobbyist ohne Unterlass auf Podiumsdiskussionen und in den Hinterzimmern der Politik aufgetreten.

Gebracht aber hat das kaum etwas, das Image von Monsanto in der Öffentlichkeit ist schlechter denn je. Selbst die Politik lässt inzwischen die Finger von gentechnik-freundlichen Entscheidungen. So hat sich etwa Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner mehrmals gegen eine Patentierung von Pflanzen ausgesprochen und den Anbau der Monsanto-Maissorte Mon 810 untersagt.

Trotzdem seien Deutschland und Europa ein wichtiger Markt, heißt es bei dem Unternehmen. Allerdings würden die Ressourcen jetzt auf Regionen konzentriert, in denen die Akzeptanz von Gentechnik höher sei.

sam
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.