Geplatzter Fonds Postbank-Kunden klagen über Millionenverluste

Die Anleger wollten vom Südafrika-Boom in Folge der Fußball-WM profitieren. Doch laut NDR Info versickerte ihr Geld. Nun werfen die Investoren der Postbank vor, das Ausfallrisiko bei der Beratung verschwiegen zu haben. Das Geldinstitut sieht sich zu Unrecht am Pranger.
Postbank-Fahnen: Risiken verschwiegen?

Postbank-Fahnen: Risiken verschwiegen?

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

Hamburg - Rund 150 Postbank-Kunden haben Geld mit einem Immobilienprojekt in Südafrika verloren. Laut dem Radiosender NDR Info investierten die Kunden über einen Fonds 2,5 Millionen Euro in ein Hotelprojekt in Südafrika. Die Postbank habe den Fonds mit Hinweis auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 beworben. Das Geld sei jedoch vermutlich bei einer Vertragsfirma in Südafrika verschwunden. Die geschädigten Anleger werfen der Postbank vor, die Risiken des Geschäfts verschwiegen zu haben.

Immobilienfonds

Ein dem Sender vorliegender Mitschnitt eines Muster-Beratungsgesprächs von Hamburger Postbank-Finanzberatern stütze diesen Verdacht. Die wichtigsten Risiken des von unabhängigen Fondsexperten damals als undurchsichtig kritisierten Geschäfts würden darin verschwiegen. Die Postbank erhielt von ihrem Kooperationspartner, der Hamburger Investmentgesellschaft MCT, nach eigenen Angaben 15 Prozent Provision für den Vertrieb des .

Spätestens Mitte Dezember 2009 habe sich herausgestellt, dass die Eigentumsrechte an dem Hotelprojekt im Zentrum von Kapstadt nicht geklärt waren und die südafrikanischen Partner in Zahlungsschwierigkeiten steckten. Trotzdem habe die Postbank den MCT-Fonds bis Mitte Februar 2010 weiter verkauft.

"Das war kein echtes Kundengespräch"

Postbank

-Sprecher Joachim Strunk weist die Vorwürfe zurück. "Wir haben den Fonds geprüft und für gut befunden. Als sich herausstellte, dass da etwas nicht stimmte, haben wir den Vertrieb sofort eingestellt." Die Anschuldigung, man habe den Kunden die Risiken verschwiegen, nennt Strunk falsch: "Wir bedauern, dass Kunden Geld verloren haben, aber die Beratung ist korrekt abgelaufen." Postbank-Mitarbeiter hätten den Fonds zudem nur in der Vermögensberatung und nur an Kunden mit Anlageerfahrung verkauft. Stets habe man dabei auf die höchste Risikostufe des Produkts hingewiesen.

Zu dem Mitschnitt eines Test-Beratungsgesprächs, aus dem NDR Info zitiert , sagt Strunk, dies sei "eine Trockenübung und kein echtes Kundengespräch". Er empfehle, das "nicht zu hoch zu hängen".

Doch Ärger könnte der Postbank trotzdem drohen: Zahlreiche Anleger bereiten laut NDR Info eine Klage gegen das Institut vor. Gegen den Postbank-Partner MCT sei bereits mindestens in einem Fall Klage eingereicht worden. Die MCT-Gruppe wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.

cte/dpa-AFX
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