Umfrage Mehrheit hält Schröders Rosneft-Engagement für unproblematisch

Von vielen Seiten gab es Kritik - die Mehrheit der Deutschen hält das Engagement von Gerhard Schröder beim russischen Konzern Rosneft aber für unproblematisch. Für jeden Zweiten ist es Schröders persönliche Entscheidung.

Gerhard Schröder
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Ein Engagement von Altkanzler Gerhard Schröder beim russischen Energieriesen Rosneft sieht die Mehrheit der Deutschen einer Umfrage zufolge nicht kritisch. 56 Prozent der Befragten fänden den Einzug des SPD-Politikers in den Rosneft-Aufsichtsrat nicht problematisch, ging aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) hervor.

49 Prozent der Befragten sagten zudem, dass dies eine persönliche Entscheidung sei und sich die Öffentlichkeit nicht einmischen solle. Während sieben Prozent meinten, Schröder solle den Posten annehmen, fanden 27 Prozent, er solle dies nicht machen. 17 Prozent hatten keine Meinung.

Schröder soll beim halbstaatlichen russischen Ölkonzern Mitglied des Aufsichtsrats werden, sogar als Chef des Gremiums ist er im Gespräch. Die Rosneft-Aktionäre sollen Ende September über die Veränderungen in dem Gremium abstimmen.

Der mögliche neue Job des Altkanzlers war auch Thema beim TV-Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Herausforderer Martin Schulz. Beide fanden es "schlecht", dass er bei Rosneft angeheuert hat. Der russische Oppositionelle Wladimir Milow kritisierte: "Schröder wird zu einem Instrument des Kreml." Der Altkanzler selbst hatte Kritik immer zurückgewiesen. "Es geht um mein Leben, und darüber bestimme ich", sagte Schröder.

Rosneft steht international wegen zweifelhaften Geschäftsgebarens in der Kritik. In Venezuela unterstützt der Konzern die umstrittene sozialistische Regierung mit Milliardenkrediten. In Russland setzt Rosneft Konkurrenten zu: Erst verleibte sich der Konzern den privaten Konkurrenten Baschneft ein und erstritt vor einen Provinzgericht dann noch zwei rund Milliarden Dollar Schadensersatz von dem ursprünglichen Baschneft-Eigner, den der Staat bereits enteignet hatte.

ehh/dpa



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peterphamburg 06.09.2017
1. Gerd lass gut sein
Kriegt den Hals nicht voll. Erst Deutschland an die Wand fahren und sich dann die Taschen füllen.
eckawol 06.09.2017
2. Die moralisierende Empörung der dt. Spitzenpolitiker
findet bei der Mehrheit der Deutschen keine Gefolgschaft. Ein gutes Beispiel dafür, wie weit die politische Klasse entfernt ist von der Bevölkerung. Diese nimmt die Empörung als Falschmünzerei zur Kenntnis.
prologo 06.09.2017
3. Sieht nach Korruption aus
Und sonst gar nichts. Als Normalbürger Deutschlands wäre Schröder niemals an diese Position gekommen. Diese Position ist doch höchst Dotiert und hat mit Arbeit rein gar nichts zu tun. Schröder ist allein durch seine politische Position als Kanzler Deutschland in die Spur von Putin geraten. Und dieser bedankt sich offensichtlich jetzt dafür, mit hoher Vergütung in einem Konzern, dessen vor Besitzer er auch politisch entfernt hat. Schröder war schon immer in der falschen Partei, und das hat er damit endlich sehr glaubwürdig bestätigt. Er sollte sich schämen, dass er damit das Ansehen der SPD noch weiter geschädigt hat.
outsider-realist 06.09.2017
4. Problem
Ich behaupte einfach mal, das die Mehrheit offenbar die Problematik und die Zusammenhänge nicht verstanden hat. Traurig...
ex-optimist 06.09.2017
5. Immer noch besser
als bei VW.
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