Ostsee-Pipeline Neuer Posten für Altkanzler Schröder bei Gazprom-Tochter

Gerhard Schröder vertieft seine Bande zum russischen Gasriesen Gazprom: Er übernimmt einen weiteren Posten bei der umstrittenen Ostsee-Pipeline.
Gerhard Schröder

Gerhard Schröder

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ AFP

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hat den Vorsitz des Verwaltungsrates des Pipeline-Betreibers Nord Stream 2 übernommen. Er sei seit dem 29. Juli Präsident des Verwaltungsrats des Energiekonzerns Nord Stream 2, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit, nachdem der "Tagesspiegel" darüber berichtet hatte. Schröder ist bereits Aufsichtsratsvorsitzender und Vorsitzender des Gesellschafterausschusses des alten Pipeline-Konsortiums Nord Stream.

Nord Stream 2 soll eine neue Gas-Pipeline durch die Ostsee bauen, die die bestehende Verbindung zwischen Deutschland und Russland ergänzt. Das Unternehmen ist laut eigenen Angaben derzeit vollständig im Besitz des russischen Staatskonzerns Gazprom.

Ursprünglich sollte auch Nord Stream 2 wie schon die erste Gesellschaft von einem Konsortium geführt werden. Im August hatte das Pipeline-Projekt allerdings einen Rückschlag erlitten, weil die polnische Wettbewerbsbehörde Einspruch gegen den Zusammenschluss der Unternehmen eingelegt hatte. Deshalb blieb nur noch Gazprom als alleiniger Eigentümer übrig.

Während Deutschland den Bau der neuen Pipeline unterstützt, wird er in der EU und vor allem in Osteuropa stark kritisiert. Dennoch soll das Projekt wie geplant gebaut werden und 2019 den Betrieb aufnehmen.

stk/dpa/AFP
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