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19. September 2012, 12:11 Uhr

Urteil im Korruptionsprozess

Ex-MAN-Vorstand erhält Bewährungsstrafe

Der frühere MAN-Vorstand Anton Weinmann hat gestanden: Er sei nicht konsequent genug gegen Schmiergeldzahlungen für Aufträge in Slowenien vorgegangen. Wegen Beihilfe zur Bestechung verurteilte das Gericht ihn zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten.

München - Lange hat er die Vorwürfe zurückgewiesen, jetzt legte der Ex-MAN-Vorstand Anton Weinmann ein Geständnis ab: Der langjährige Leiter der MAN-Nutzfahrzeugsparte räumte ein, er habe nicht genug getan, um Schmiergeldzahlungen für Aufträge in Slowenien zu unterbinden. Nach einer Absprache mit Staatsanwaltschaft und Verteidigung kündigte das Landgericht München eine Bewährungsstrafe von höchstens zehn Monaten und eine Geldauflage von 100.000 Euro an.

Weinmanns Anwalt sagte, sein Mandant habe ein Interesse daran, den Prozess schnell zu beenden, weil dieser seine Familie stark belaste und seinen früheren Arbeitgeber in Misskredit bringe. Weinmann räume einen "bedingten Vorsatz" ein, er habe nicht genug gegen die Bestechungspraxis getan und übernehme für MAN die Verantwortung. "Es tut Herrn Weinmann leid."

"Die Maßnahmen reichten nicht aus"

Die Staatsanwaltschaft sagte, der Top-Manager habe nichts konkret getan, zum Beispiel Mitarbeiter zu entlassen, und so die Praxis billigend in Kauf genommen. "Die Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung reichten nicht aus." Mit den Schmiergeldern hat MAN über Jahre den Absatz von Lkw und Bussen angekurbelt. Weinmann hatte die Vorwürfe in dem Verfahren vehement zurückgewiesen und war sogar juristisch gegen die Staatsanwaltschaft vorgegangen.

Der Ex-Manager äußerte sich auch zum ersten Mal selbst und sagte, er wolle so schnell wie möglich wieder als Unternehmensberater arbeiten. Die Anklage wegen Beihilfe zu Bestechungen in Belgien ließ die Staatsanwaltschaft im Zuge der Absprache fallen.

MAN hatte sich nach dem Auffliegen der Bestechungsaffäre 2009 von Konzernchef Hakan Samuelsson, Weinmann und anderen Vorständen getrennt und 150 Millionen Euro Bußgeld gezahlt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt inzwischen auch gegen Samuelsson.

nck/Reuters/dpa

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