Website für Gläubiger-Forderungen Insolvenzverfahren für Germania eröffnet

Die Rettung von Germania ist gescheitert. Kunden können ab der kommenden Woche ihre Forderungen anmelden. Es ist jedoch fraglich, ob sie Geld zurückbekommen.

Eine Germania-Maschine in Bremen (Archivbild)
DPA

Eine Germania-Maschine in Bremen (Archivbild)


Für die pleitegegangene Fluggesellschaft Germania ist das Insolvenzverfahren nun offiziell eröffnet worden. Dabei gehe es jetzt darum, das Vermögen zu verwerten und "am Ende an die Gläubiger zu verteilen", sagte Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg. Der Geschäftsbetrieb sei zum 1. April stillgelegt worden. Jetzt müssten zunächst sämtliche Forderungen von Gläubigern erfasst und dann jeweils einzeln auf ihre Rechtmäßigkeit und Durchsetzbarkeit überprüft werden.

Die Berliner Fluggesellschaft mit fast 1700 Mitarbeitern hatte Anfang Februar Insolvenz angemeldet und den Flugbetrieb eingestellt - seither lief das vorläufige Insolvenzverfahren unter der Leitung Wienbergs. Dieser führte Gespräche, um eine Investorenlösung herbeizuführen. Am vergangenen Montag platzte die Rettung jedoch: Alle seriösen Bieter seien abgesprungen, teilte Wienberg mit. Die Stilllegung sei nicht mehr abzuwenden.

Wienberg gab bekannt, dass die Mitarbeiter inzwischen ihre Kündigungen erhalten haben und ab dem 1. April freigestellt sind.

Kunden können ab kommender Woche Forderungen anmelden

Die Gläubiger sollen nun ab dem 8. April 2019 ihre Forderungen anmelden können. Dafür wurde eine Website eingerichtet. Die Frist zur Anmeldung von Forderungen endet am 1. Juli 2019. Auch Dokumente und Informationen zum Verfahren sind über das Gläubigerportal abrufbar.

Der Insolvenzverwalter geht derzeit von über 600.000 betroffenen Reisenden aus, deren Flüge wegen der Insolvenz nicht stattfinden. Ob und in welcher Höhe Gläubiger mit einer Quotenzahlung auf ihre Forderung rechnen können, lässt sich allerdings erst ganz am Ende des Verfahrens sagen. Verbraucherschützer machen Kunden jedoch nicht allzu viele Hoffnungen (lesen Sie hier, was Sie als Kunde nach der Pleite tun können).

"Dazu müssen vorher alle Ansprüche für und gegen die insolventen Unternehmen rechtskräftig feststehen", sagte Wienberg. "Das setzt in vielen Fällen eine gerichtliche Klärung voraus, und zwar über alle Instanzen", sagte er. Ein Insolvenzverfahren dieser Größenordnung dauere deshalb "erfahrungsgemäß Jahre".

Die Fluggesellschaft steuerte viele Reiseziele im Mittelmeerraum an. Jährlich beförderte die Airline nach eigenen Angaben mehr als vier Millionen Passagiere.

kko/dpa/AFP



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