Nach Pleite der Fluglinie Germania-Insolvenzverwalter fordert mehr als 400 Millionen Euro

Die Pleite der Fluglinie Germania könnte nach SPIEGEL-Informationen für den früheren Eigentümer und Geschäftsführer Karsten Balke ein teures Nachspiel haben.
Foto: Bernd Settnik/ dpa

Knapp ein Jahr nach der Pleite der Fluggesellschaft Germania sieht sich der ehemalige Geschäftsführer und Alleineigentümer Karsten Balke mit Forderungen in dreistelliger Millionenhöhe konfrontiert.

Nach SPIEGEL-Informationen geht das aus dem sogenannten Sachstandsbericht hervor, den Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einreichte. Demnach verlangt Wienberg im Namen der ehemals viertgrößten deutschen Fluglinie und ihrer Gläubiger 381,4 Millionen Euro von Balke und einem weiteren Manager. Beide sollen noch Zahlungen veranlasst haben, als dies nach dem GmbH-Gesetz möglicherweise nicht mehr zulässig war. "Über die Ansprüche wird zunächst außergerichtlich verhandelt", heißt es in der Schrift.

Darüber hinaus macht Wienberg weitere Ansprüche in Höhe von knapp 60 Millionen Euro gegenüber einer Beteiligungsfirma Balkes geltend, über die dieser seine Anteile an der Airline hielt.

Zudem überprüft der Insolvenzverwalter, ob er gegen die ehemalige Geschäftsführung auch wegen ihrer intern umstrittenen Aktivitäten in Gambia vorgeht. Die Expansion in das westafrikanische Land hatte Germania Verluste in zweistelliger Millionenhöhe beschert. Die Ermittlungen dauerten an, so Wienberg.

Laut Balkes Anwalt liegt seinem Mandanten der Bericht des Insolvenzverwalters nicht vor. Der Inhalt sei für diesen nicht "nachprüfbar", deshalb seien auch eventuelle Forderungen nicht nachvollziehbar. Ob und wann gegebenenfalls Geld von Balke fließt, ist noch völlig offen. "Die weitere Verfahrensdauer", heißt es in dem Bericht, "wird voraussichtlich mindestens fünf Jahre betragen."

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