Insolvente Fluglinie Germania-Rettung ist gescheitert

Man habe Investoren "den roten Teppich ausgerollt", sagt der Insolvenzverwalter der Berliner Fluglinie Germania - ohne Erfolg. Das größte Problem soll der knappe Zeitrahmen gewesen sein.

Germania-Maschine in Dresden (Archivbild)
DPA

Germania-Maschine in Dresden (Archivbild)


Die Suche nach einem neuen Eigentümer für die insolvente Berliner Fluggesellschaft Germania war erfolglos. Alle seriösen Bieter seien abgesprungen, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg mit: "Die Mitarbeiter erhalten nun in den nächsten Tagen die Kündigungen und werden zusätzlich zum Anfang April freigestellt."

Wienberg zufolge war "von Anfang an klar, dass eine Rettung extrem schwierig sein würde". Dennoch habe man "buchstäblich den Interessenten den roten Teppich ausgerollt. Leider konnte oder wollte keiner darüber gehen." Ausschlaggebend sei in allen Fällen der "extrem enge Zeitrahmen" bis Ende März gewesen. "Weniger als zwei Monate sind für die Investoren sehr wenig, um eine Übernahme zu planen, durchzurechnen, darüber zu entscheiden", so Wienberg.

Anfang Februar hatte die Airline mit fast 1700 Mitarbeitern Insolvenz angemeldet und die Flüge eingestellt. Germania steuerte viele Reiseziele im Mittelmeerraum an. Jährlich beförderte die Airline nach eigenen Angaben mehr als vier Millionen Passagiere.

dab/dpa

insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
mirage122 25.03.2019
1. Enger Zeitrahmen?
Wenn man diese Statements liest, kann nur die Vermutung nahe liegen, dass es sich um eine verschleppte Insolvenz handelt. Man hatte wohl immer noch gehofft und gehofft und wundert sich dann am Ende des Tages, dass niemand bereit ist, das Risiko mit zu tragen.
nesmo 25.03.2019
2. Enger Zeitrahmen
Der Zeitrahmen wurde wohl eher vom Insolvenzgericht vorgegeben, dem der Insolvenzverwalter den Schwarzen Peter zu zu schieben scheint. Das Gericht, und eventuell die Großgläubiger, haben wahrscheinlich gegen seinen Wunsch einen für diese Größenordnung zu kurzen Zeitrahmen zugebilligt
RiHo 25.03.2019
3. #1 und #2
Sie haben augenscheinlich nicht den Hauch einer Ahnung von Insolvenzen. 1. Woraus lesen Sie denn hier eine verschleppte Insolvenz? Eine Insolvenz kann man nur VOR der Anmeldung der Insolvenz verschleppen! Nicht der Insolvenzverwalter kann verschleppen, sondern der Schuldner! 2. Der Zeitrahmen ist gesetzlich geregelt. Mit Anmeldung einer Insolvenz, laufen 3 Monate ab. Jedoch zählen oftmals auch angefangene Monate. Diese 3 Monate sind die vorläufige Insolvenz, in welcher der Arbeitsamt die Löhne zahlt (bis zur Beitragsbemessungsgrenze). Nach den 3 Monaten, haftet der Insolvenzverwalter für alles, also Löhne etc etc. Kann er die Löhne nicht zahlen, weil kein Geld mehr da ist und auch kein Investor innrehalb der 3 Monate gefunden wurde, bleibt ihm nichts anderes übrig als zu kündigen! Denn seine Aufgabe ist nicht Erhalt von Arbeitsplätzen, sondern Schutz der Gläubigermasse! 3. schwarzer Peter - genau, wie wir es so kennen, hat "das Gericht" mal wieder bei der Redaktion angerufen und sich diese Geschichte ausgedacht... *Kopf Tisch*
House_of_Sobryansky 25.03.2019
4. Angst 3
Ich habe auch Angst vor Sozialisationen, die Spaß an der Ausrottung haben. Man kann nur froh sein, dass diese psycho-fatale Ausgestaltung keine Relevanz hat. Nur eine Evidenz der Bescheidenheit, die natürlich angesichts barocker Entgrenzungen, wie in den 70ern, diese nur mit Retroetikett goutieren und verstehen kann.
GueMue 25.03.2019
5. Wann stimmen die Fakten
Leider kennt der Autor das Insolvenzrecht nicht. Dafuer Falschbegruendung. Bei allen Dingen, bei denen ich eine gewisse Kompetenz habe, stelle ich Defizite bei Druckmedien fest. Wenn das generalisierbar ist, brauche keine zeitung mehr. Dann genuegen Fake News aus Internet
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.