Geschäfte in Russland Schröder verlässt Aufsichtsrat von Ölkonzern

Nach drei Jahren hängt Gerhard Schröder seinen Job beim Ölkonzern TNK-BP an den Nagel. Russischen Medien zufolge will er aus dem Aufsichtsrat des Unternehmens austreten. Als mögliche Ursache für Schröders Entscheidung gilt ein Aktionärskonflikt.

Schröder mit Merkel, Medwedew (Archiv): bei der Feier der Ostsee-Pipeline im November
AFP

Schröder mit Merkel, Medwedew (Archiv): bei der Feier der Ostsee-Pipeline im November


Moskau - Um die Kontrolle des russisch-britischen Ölkonzerns TNK-BP hatte es vor rund vier Jahren einen heftigen Streit gegeben. Altbundeskanzler Gerhard Schröder sollte seit 2009 daher als eines von drei unabhängigen Mitgliedern in dessen Aufsichtsrat dazu beitragen, dass die Entscheidungsfähigkeit des Gremiums gewahrt wird. Jetzt will Schröder nach übereinstimmenden Angaben russischer Medien wegen eines Aktionärskonflikts als Aufsichtsrat des Ölkonzerns zurücktreten.

Laut Nachrichtenagentur Reuters bestätigte Schröders Büro am Freitagabend den Schritt. Der SPD-Politiker war im Januar 2009 in den Aufsichtsrat berufen worden. Dort sollte er mit zwei anderen unabhängigen Direktoren Pattsituationen zwischen den gleich starken Partnern des Gemeinschaftsunternehmens - dem britischen Multi BP und dem russischen Oligarchenkonsortium AAR - verhindern. Der Manager James Leng, der wie der frühere russische Politiker Alexander Schochin ebenfalls unabhängiges Mitglied des Gremiums war, will den Aufsichtsrat angeblich auch verlassen.

Schröder und Leng hätten ihren Entschluss in einer Aufsichtsratssitzung am Freitag mitgeteilt, meldete die Staatsagentur Ria Nowosti. Die Agentur Interfax meldete unter Berufung auf "mehrere Quellen", die Ursache liege offenbar in einem Aktionärsstreit, in dem die beiden unabhängigen Vertreter nicht Partei ergreifen wollten.

AAR hatte vor einigen Monaten einen milliardenschweren Deal zwischen BP und dem russischen Ölkonzern Rosneft verhindert. Ein TNK-BP-Aktionär macht BP deshalb für einen Verlust von fast zwei Milliarden Euro verantwortlich.

Schröder leitet weiterhin den Aktionärsausschuss des von Russland dominierten Betreiberkonsortiums der Ostsee-Pipeline Nord Stream mit Sitz in der Schweiz. Gemeinsam mit Kanzlerin Merkel und Russlands Präsident Medwedew hatte er im November die erste Direktleitung für russisches Erdgas gefeiert.

bos/dpa/Reuters



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kaksonen 10.12.2011
1. Nachdem ...
... Putins Russland immer mehr in alte sowjetische Muster zurückfällt, ist es für Schröder unmöglich, in den Gremien zu verbleiben, deren einzige Aufgabe es ist, die russische Hinwendung zur Diktatur zu verschleiern!
ego_me_absolvo 10.12.2011
2. Rubelschröder ade!
Zitat von sysopNach drei Jahren hängt Gerhard Schröder seinen Job beim Ölkonzern TNK-BP an den Nagel. Russischen Medien zufolge will er aus dem Aufsichtsrat des Unternehmens austreten. Als mögliche Ursache für Schröders Entscheidung*gilt ein*Aktionärskonflikt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,802879,00.html
Typisch Rubelschröder: Wenn es eng wird oder er Stellung beziehen müsste kneift er. Hat er ja schon in Deutschland bewiesen. Aber auch hier wird er sicher mit einer üppigen Apanage das Haus verlassen. Der lupenreine Demokrat Putin wird es sicher richten.
hansjoki 10.12.2011
3. die große Klappe allein...
Zitat von ego_me_absolvoTypisch Rubelschröder: Wenn es eng wird oder er Stellung beziehen müsste kneift er. Hat er ja schon in Deutschland bewiesen. Aber auch hier wird er sicher mit einer üppigen Apanage das Haus verlassen. Der lupenreine Demokrat Putin wird es sicher richten.
reicht in russischen Gremien wohl kaum aus - umsomehr, als diese Klappe zwar auf deutsch formulieren kann, aber wohl weniger auf englisch und garnicht auf russisch. Dieser lupenreine "Demokrat" dürfte jedoch bald wieder einen oder mehrere - hochdotierte - Beraterverträge eingehen können. Frage mich allerdings, "welches Sachgebiet beherrscht er wirklich, um beraten zu können ?"
zberg 10.12.2011
4. abstauber
schröder muß kneifen,da er für seine SPD mit seinem engagement für die völkerrechts- und menschenrechtsfreunde russlands,putin und andere oligarchen,zur gefahr wird. bei der wahl 2013 ist mit schröder und seinen zwielichtigen im umfeld ein unbeherrschbares risiko für die edlen der spd im busch,ich erinnere u.a. an das gestartete verfahren gegen maschmeyer in austria,seine freundschaft mit dem oberrocker hannebuth und die eine und andere erwachsenenfreude ,die ans licht der öffentlichenkeit dringen könnte da muß er bei aller gier der partei ,der er seinen erbhof verdankt, entgegenkommen und den einen und andern großkriminellen aus seinem naheren umfeld abschalten.
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