Mögliche Verstöße gegen Sanktionen Deutsche Bank bestätigt Ermittlungen wegen Iran-Geschäften

Hat die Deutsche Bank US-Sanktionen gegen Iran verletzt? Das Geldinstitut bestätigte nun erstmals entsprechende Anfragen amerikanischer Ermittler. Wie andere Großbanken soll das Unternehmen ein Schlupfloch in der US-Gesetzgebung genutzt haben.

Zentrale der Deutschen Bank: "Wir kooperieren hinsichtlich dieser Anfragen"
dapd

Zentrale der Deutschen Bank: "Wir kooperieren hinsichtlich dieser Anfragen"


Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank hat erstmals Ermittlungen wegen möglicher Verstöße gegen Iran-Sanktionen der USA bestätigt. Das Institut habe von den Aufsichtsbehörden entsprechende Anfragen erhalten, heißt es in einem Zwischenbericht des Geldhauses, der am Dienstag vorgelegt wurde. Es gehe um historische Zahlungsabwicklungen für Vertragsparteien aus Ländern, die US-Embargos unterliegen. "Die Deutsche Bank kooperiert hinsichtlich dieser Anfragen." Weltweit sind zahlreiche Institute wegen dieses Themas im Visier der US-Behörden, darunter auch die Commerzbank und die Hypovereinsbank.

Bislang haben Banken weltweit 2,3 Milliarden Dollar gezahlt, um langwierige Gerichtsverfahren abzuwenden - wegen des Vorwurfs, bei Finanztransaktionen mit iranischen Adressen gegen US-Sanktionen zu verstoßen. Die Summe wird sich nach Ansicht von Rechtsexperten in den kommenden Monaten noch vervielfachen. Prominentestes Beispiel war im Sommer die britische Großbank Standard Chartered, die im Rahmen eines Vergleichs mit der New Yorker Finanzaufsicht 340 Millionen Dollar zahlte.

Vorgeworfen wird den Banken, ein Schlupfloch in der US-Gesetzgebung genutzt zu haben, das bis 2008 bestand. Es ermöglichte den US-Dependancen ausländischer Banken, Transaktionen mit Iran zu verschleiern. Diese Möglichkeit soll etwa Standard Chartered massiv ausgenutzt haben - in einem Umfang von insgesamt rund 250 Milliarden Dollar.

Die britische Großbank Standard Chartered hat trotz der millionenschweren Vergleichszahlung ein deutliches Gewinnplus gemeldet. Das operative Ergebnis nahm in den ersten neun Monaten um eine mittlere einstellige Prozentrate zu, wie das Geldhaus mitteilte. Damit seien die Gewinne im zehnten Jahr in Folge gestiegen. Ohne die Vergleichszahlung über umgerechnet rund 260 Millionen Euro an die New Yorker Finanzaufsicht hätte der Gewinn allerdings um mindestens zehn Prozent zugelegt. Eine umfassende Einigung mit den US-Behörden erwartet die Bank bis Jahresende.

cte/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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müllschlecker 30.10.2012
1. Tja, Spekulationen weltweit gegen
Zitat von sysopdapdHat die Deutsche Bank US-Sanktionen gegen Iran verletzt? Das Geldinstitut bestätigte nun erstmals entsprechende Anfragen amerikanischer Ermittler. Wie andere Großbanken sollen sie ein Schlupfloch in der US-Gesetzgebung genutzt haben. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/geschaefte-mit-iran-deutsche-bank-bestaetigt-ermittlungen-a-864272.html
Arme mit Nahrungs- oder Lebensmitteln sind ja nichts. Aber Verstösse gegen illegale weil natioalistisch begründete Schikanen gegen souveräne Staaten müssen sofort cooperativ behandelt werden. Welch miese schleimige Bande doch.
fussball11 30.10.2012
2.
Embargos zu verhängen ist für Amerika recht lukrativ. 2,3 Milliarden an Bußgeldern für Sanktionen die man gegen andere Länder verhängt, da könnte man doch glatt noch ein paar Schurkenstaaten erfinden,´Ist doch viel besser als selbst arbeiten. ...und die kleinen Dackel wedeln eifrig mit dem Schwanz wenn der große Onkel den Zeigefinger raus holt. Armes Europa
rjrauschffm 09.01.2013
3. Mittelalterliche Hexenprozesse
Auch der Iran darf Lebensmittel kaufen. Aber die amerikanischen Götter sind ungnädig und brauchen Geld, bzw. viel Geld. Egal, ob eine Bank schuldig oder unschuldig ist, sie wird wie bei einem stalinistischen Schauprozess zu Schadenersatz verurteilt. Da die Deutschen ja die Affen der Amerikaner sind, müssen dementsprechend auch die deutschen Banken den großen Kotau machen. Eigentlich eine Form von Prozess-Piraterie. gez. R. R.
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