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80 Jahre Quelle: Geschichte eines Traditionskonzerns

Foto: A9999 DB Quelle/ dpa

Gescheiterter Traditionskonzern Hektischer Poker vor dem Quelle-Aus

Nach dem Quelle-Crash werden jetzt Details über den Niedergang des Versandhauses bekannt. Die Geschäfte verschlechterten sich während der Übernahmeverhandlungen nach SPIEGEL-Informationen dramatisch schnell - das schreckte potentielle Investoren ab, erst am Ende kam es noch mal zu hektischer Betriebsamkeit.

Hamburg - Noch im September hatte die Unternehmensberatung Roland Berger im Auftrag der Insolvenzverwaltung den möglichen Jahresumsatz von Quelle auf rund 1,6 Milliarden Euro beziffert. Zu diesem Zeitpunkt soll sich noch rund ein halbes Dutzend Firmen für die Übernahme der gesamten Arcandor-Versandsparte interessiert haben.

Gut einen Monat später war intern nur noch von einem erzielbaren Umsatzvolumen von rund einer Milliarde Euro die Rede. Bis Ende Oktober schrumpfte dadurch die Zahl der Interessenten weiter. Die letzte Absage kam am 16. Oktober via E-Mail von Golden Gate Capital, in dem die US-Gesellschaft lediglich ein Angebot für die Übernahme des Homeshopping-Sender HSE24 zum Preis von 140,5 Millionen Euro übermittelte.

Um das endgültige Aus für den des Arcandor-Ableger Quelle doch noch abwenden zu können, versuchte die Insolvenzverwaltung das ganze Wochenende über mit Hilfe der Deutschen Post und des Bertelsmann-Konzerns ein Not-Konsortium zu bilden. Am vergangenen Montag platzte auch diese Hoffnung.

Während der entscheidenden Sitzung des Gläubigerausschusses am vergangenen Montag reichte der US-Investor Cerberus nachträglich ein Angebot für die Übernahme der gesamten Versandsparte samt HSE24 ein. Die Offerte wurde aber nach kurzer Prüfung als unseriös eingestuft. Unter dem Strich hätte die Insolvenzverwaltung dabei ein Aufgeld von rund 200 Millionen Euro an Cerberus zahlen müssen.

ler
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