Gesunkener ifo-Index Deutsche Wirtschaft fürchtet den Abschwung

Die Angst vor einer Eskalation der Schuldenkrise drückt auf die Stimmung in den deutschen Unternehmen. Der Geschäftsklima-Index des Ifo-Instituts fiel zum vierten Mal in Folge. Manager sorgen sich, dass die Politik bei der Lösung des Problems scheitert.

Neuwagen in einem Werk in Köln: Sorge um die deutsche Wirtschaft
DPA

Neuwagen in einem Werk in Köln: Sorge um die deutsche Wirtschaft


München - Die Prognosen für die deutsche Wirtschaft sehen trotz Euro-Krise nicht schlecht aus, doch die Firmen hierzulande trauen den positiven Vorhersagen offenbar nicht so ganz. Zum vierten Mal in Folge hat sich im Oktober die Stimmung in den Unternehmen verschlechtert. Der ifo-Geschäftsklimaindex fiel von 107,4 Punkten im Vormonat auf 106,4 Zähler. Mit einem Wert von mehr als 100 Punkten befindet sich der Index derzeit aber immer noch auf einem hohen Niveau.

Der Rückgang fiel zudem etwas weniger deutlich aus, als von Analysten erwartet. "Angesichts der internationalen Turbulenzen schlägt sich die deutsche Wirtschaft damit vergleichsweise gut", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

7000 Manager wurden zur Beurteilung ihrer Geschäfte befragt. Sie schätzten die aktuelle Lage schlechter ein und auch bei den Aussichten für die kommenden sechs Monate verstärkte sich die Skepsis. Schlechtere Stimmung herrscht demnach sowohl in der Industrie als auch im Baugewerbe. Nur im Dienstleistungssektor blieb das Geschäftsklima stabil.

Analysten bewerteten die Ergebnisse der ifo-Umfrage eher positiv. "Ich hatte sogar mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet", sagte Arnd Schäfer von der WestLB. "Das beste Konjunkturprogramm für die deutsche Wirtschaft wäre ein Durchbruch bei der Lösung der Schuldenkrise." Die Verunsicherung der Unternehmen werde immer größer.

Ralph Solveen von der Commerzbank sagte, eine Rezession sei bisher nicht in Sicht. "Wir sehen für das Winterhalbjahr allerdings nur sehr geringe Wachstumsraten."

Forscher sagen keinen drastischen Einbruch voraus

Der Ifo-Index gilt als wichtiger Gradmesser für die deutsche Konjunktur, der die Entwicklung der kommenden Monate zuverlässig vorhersagt. Experten erwarten für das kommende Jahr zwar keinen drastischen Einbruch des Wirtschaftswachstums in Deutschland, doch sie rechnen mit einer deutlichen Abkühlung. Für 2012 haben führende Wirtschaftsforscher ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum von 2,0 auf 0,8 Prozent gesenkt. Die Bundesregierung geht in ihrer Schätzung von einem Plus von einem Prozent aus. Bislang ging die Regierung von einem Wachstum von 1,8 Prozent aus.

Auch Börsenexperten schätzen die Aussichten für die deutsche Wirtschaft inzwischen deutlich pessimistischer ein, der ZEW-Index fiel auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Finanzkrise vor drei Jahren.

mmq/Reuters/dpa-AFX

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pappnose 21.10.2011
1. Ah jaaa
Zitat von sysopDie*Angst vor einer Eskalation der Schuldenkrise drückt auf die Stimmung in den deutschen Unternehmen. Der Geschäftsklima-Index des Ifo-Instituts fiel zum vierten Mal in Folge. Manager sorgen sich, dass die Politik bei der Lösung*des Problems*scheitert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,793155,00.html
Ach ja...gehts uns gut muss man sparen, es könnte ja sein das es uns mal "schlechter" geht. Scheint es uns schlechter zu gehen muss man sparen, es könnte ja sein, dass man es für schwere Zeiten braucht. Geht es uns dann richtig schlecht, muss! man sparen, denn in schlechten Zeiten muss man sein Geld horten.
deus-Lo-vult 21.10.2011
2. ...
Wie verträgt sich dies mit dem anderen SPON Artikel? ---Zitat--- Laut offizieller Prognose wird das verfügbare Einkommen der Arbeitnehmer um fast drei Prozent wachsen. ---Zitatende---
Baikal 21.10.2011
3. Politik bei der Lösung*des Problems*scheitert.
Zitat von sysopDie*Angst vor einer Eskalation der Schuldenkrise drückt auf die Stimmung in den deutschen Unternehmen. Der Geschäftsklima-Index des Ifo-Instituts fiel zum vierten Mal in Folge. Manager sorgen sich, dass die Politik bei der Lösung*des Problems*scheitert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,793155,00.html
Wie denn das, wenn so überzeugende Experten wie Merkel, Rösler,Kauder,Brüderle und Pofalla daran arbeiten? Dazu noch Sarkotzy, Lagarde, Trichet und die Draghi-Mafia samt Berlusconi? Die komplette Elite dieser Welt? Na, dann ist eben Untergang.
walter_e._kurtz 21.10.2011
4. de facto...
Zitat von sysopDie*Angst vor einer Eskalation der Schuldenkrise drückt auf die Stimmung in den deutschen Unternehmen. Der Geschäftsklima-Index des Ifo-Instituts fiel zum vierten Mal in Folge. Manager sorgen sich, dass die Politik bei der Lösung*des Problems*scheitert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,793155,00.html
ist die Politik bereits gescheitert. Daß der € diverse Geburtsfehler hat, mahnten bereits bei seiner Einführung einige Ökonomen an. Nichts ist passiert. Daß das Banken-/Finanzsystem fehlerbehaftet ist, wurde spätestens mit der Finanzkrise 2008 offensichtlich. Nichts ist passiert. Daß die Griechenlandpleite unabwendbar ist und weitere Schulden dagegen nicht helfen, war für unabhängige Ökonomen (und sogar Foristen!) bereits zur Jahreswende 2010/2011 klar. Nichts ist passiert. Jetzt kommen Nachrichten über den Ticker wie "Regierung erwartet dickes Lohn-Plus". Bei der Wirtschaftsprognose für dieses/nächstes Jahr wird geflissentlich übergangen, daß die Prognose auf der Annahme basiert, die europ. Regierungen würden die Krise bis Ende diesen Monats in den Griff bekommen. Dazu die üblichen merkelschen Parolen von "Alternativlosigkeit" und "wir brauchen mehr Europa". In Griechenland herrschen bereits Bürgerkriegsähnliche Zustände. Das Alles sieht nach dem letzten Aufbäumen vor dem Fall aus! Ich kann nur empfehlen, am Samstag wieder auf die Straßen zu gehen. Eine Möglichkeit: Samstag, 22.10., 13 Uhr, Düsseldorf Hbf *occupation goes on!*
wika 21.10.2011
5. Begriffsbestimmung …
… irgendwie bin ich mal wieder über eine Vokabel gestolpert, da dachte ich mir sollte man SPON mal darauf hinweisen: *"Schuldenkrise" … warum zum Teufel "Guthabenkrise" … trifft es wenigstens genauso gut "Geldkrise" … oder "Geld-System-Krise" trifft es viel besser* Warum? Weil der Begriff Schuldenkrise einfach irreführend ist und eben diesen Schulden, gemäß dem Prinzip des Schuldgeld-System wenigstens dieselbe Summe an Guthaben auf der anderen Seite gegenübersteht. Man kann also mit Worten eine Stimmungslage befördern. Dies gilt dann auch für den hier zugrunde liegenden Bericht. Nur würde man offenbar der Panik nicht gerecht werden oder besser noch, man möchte offenbar den Geldsäcken nicht wehtun und schon gar niemanden auf die Idee bringen, dass die Guthaben dasselbe Problem haben. Man könnte auch sagen Negativberichterstattung und Ablenkung. Mein Vorschlag ist aber ernst gemeint, weil es der Situation gerecht würde und weniger irreführend ist und auch die Klientel die mit Guthaben verseucht ist, ist ja viel kleiner und überschaubarer. Diese Klientel hat im übrigen genau soviel Anteil an der Misere / Krise und der miesen Stimmung. Es lässt sich aber mit dem verwendeten Begriff schöner Stimmung machen. Schulden impliziert schon "Schuld", während Guthaben soviel "Gutes" beinhalten. Für die weitere Aufklärung und korrekte Berichterstattung wäre aber die Verwendung neutralerer Begriffe geboten, wenigstens aber der stete Hinweis auf die Kehrseite der Medaille. Dann kommen wir im übrigen den Strippenziehern ein wenig mehr auf die Schliche und lernen schnell, dass auch die *"Vierte Gewalt" nur eine Marionette ist und die "Fünfte Gewalt" das Spiel bestimmt* … Link (http://qpress.de/2011/05/21/die-mar-von-der-vierten-gewalt-die-funfte-machts/), über die aber genauso gerne geschwiegen wird wie über die *"Guthabenkrise"*. Also Jungs, überlegt euch noch mal die korrekte Verwendung der Begrifflichkeiten, sofern es euch gestattet ist und der gesunde Menschenverstand noch nicht bezahlter Weise in Ruhestand gegangen ist. Bei mir jedenfalls leidet die Stimmung eingedenk solcher Kleinigkeiten enorm. Mal sehen ob die Stimmung auch beim IFO besser wird, wenn wir die Dinge korrekt benennen?
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