Minus 72 Prozent Gewinn bei Dell bricht massiv ein

Der wegbrechende PC-Markt setzt dem US-Computerhersteller Dell zu. Der Gewinn des Unternehmens ging im zweiten Quartal um fast drei Viertel zurück. Den Plänen von Konzernchef Michael Dell könnte das allerdings nutzen.
Zukunft ungewiss: Laptop-Montage bei Dell in Halle (Saale)

Zukunft ungewiss: Laptop-Montage bei Dell in Halle (Saale)

Foto: obs/ Dell

San Francisco - Zum siebten Mal in Folge muss der US-Computerbauer Dell   einen Gewinnrückgang hinnehmen. Das Unternehmen verdiente nach eigenen Angaben im zweiten Quartal seines laufenden Geschäftsjahres 204 Millionen Dollar. Das waren 72 Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor. Der Umsatz stagnierte bei 14,5 Milliarden Dollar.

Grund sei ein "herausforderndes Umfeld", sagte Finanzchef Brian Gladden. Privatkunden steigen auf Tablet-Computer um oder begnügen sich mit ihrem Smartphone, anstatt einen neuen Laptop anzuschaffen. Das Geschäft mit Unternehmenskunden, auf das sich der Computerhersteller nach IBM-Vorbild künftig stärker konzentrieren möchte, sei besser gelaufen. Der Umsatz in diesem Segment stieg den Angaben zufolge um acht Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar.

Trotzdem herrscht weiter Unsicherheit über die Zukunft des drittgrößten PC-Herstellers. Unternehmensgründer Michael Dell will den Konzern komplett zurückkaufen und von der Börse nehmen. Auf diese Weise erhofft er sich mehr Ruhe für einen Umbau des Unternehmens. Der Top-Manager hatte zuletzt sein 24 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot für den Konzern erneut aufgestockt. Gegen den Börsen-Rückzug wehrt sich allerdings der zweitgrößte Aktionär,der für seine aggressiven Börsengeschäfte bekannte US-Investor Carl Icahn.

Die durchwachsenen Quartalszahlen könnten Michael Dells Argumente stützen, dass seine Offerte von 13,75 Dollar pro Aktie plus 13 Cent Dividende ein angemessener Preis für den Konzern sei. Das letzte Wort haben aber die Aktionäre auf einer Versammlung am 12. September. Der Termin für die Abstimmung wurde schon mehrfach verschoben.

vks/AFP/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.