Quartalszahlen Apple-Aktie verliert trotz Milliardengewinnen

Das iPhone beschert Apple Milliardengewinne, aber was ist mit den Smartwatches? Die Verkaufszahlen behält der Konzern für sich, die Aktie gab um acht Prozent nach. Konkurrent Microsoft verzeichnete den größten Quartalsverlust der Firmengeschichte.
Apple-Store in Manhattan: Enttäuschung unter den Aktionären

Apple-Store in Manhattan: Enttäuschung unter den Aktionären

Foto: MIKE SEGAR/ REUTERS

Starke Verkäufe des iPhones haben Apple im vergangenen Quartal einen kräftigen Sprung bei Umsatz und Gewinn eingebracht. Weltweit wurden 47,5 Millionen iPhones verkauft, 35 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dennoch hatten Analysten und Börsianer mit besseren Zahlen gerechnet: Die Apple-Aktie sackte um gut acht Prozent ab.

Beim Konkurrenten Microsoft sorgt der Nokia-Deal aus dem Vorjahr für eine miese Bilanz: Hohe Abschreibungen und Umbaukosten verursachten jetzt den größten Quartalsverlust in der Unternehmensgeschichte, die Aktie gab um 2,7 Prozent nach.

Apples Unternehmenserlöse legten in der Quartalsbilanz um ein Drittel auf 49,6 Milliarden Dollar zu, wie der Konzern nach US-Börsenschluss am Dienstag bekannt gab. Das Unternehmen verzeichnete einen Gewinn von 10,7 Milliarden Dollar, das sind 38 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2014.

In China, einem der wichtigsten Märkte für Apple, konnte der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino seine Umsätze mehr als verdoppeln. Mit 13,2 Milliarden Dollar kam mehr als ein Viertel der gesamten Apple-Erlöse aus China.

Wie sich die im April eingeführte Apple Watch verkauft, teilte das Unternehmen erwartungsgemäß nicht mit. Konzern-Chef Tim Cook sprach lediglich von einem "großartigen Start" für die Smartwatch.

In der Bilanz tauchen die Umsätze mit der Uhr in der Rubrik "Anderes" auf, zusammen mit den iPod-Playern und der Fernseh-Box Apple TV. Die Erlöse lagen bei 2,6 Milliarden Dollar. Das war ein Plus von 49 Prozent im Jahresvergleich und von 56 Prozent gemessen am Vorquartal. Wie sich die Umsätze auf die einzelnen Geräte verteilen, ist nicht bekannt.

Apple-Finanzchef Luca Maestri verriet der "New York Times" nur, in den ersten neun Wochen seit Markteinführung der Apple Watch seien mehr Geräte verkauft worden als vom iPhone oder dem iPad-Tablet im gleichen Zeitraum nach dem Start. Es ist aber bekannt, dass Apple in dieser Zeit rund drei Millionen iPads loswurde - ein erster Orientierungspunkt.

Bei den Mac-Computern verkaufte Apple immerhin neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, das entspricht 4,8 Millionen Geräten. Der weltweite Markt für Personal Computer schwächelt weiter. Mit dem iPad hat Apple im Moment weniger Erfolg: 10,9 Millionen Geräte wurden verkauft, das sind 18 Prozent weniger Verkäufe als 2014.

Das sind aber nur kleine Makel in der Bilanz, wenn man den Apple-Konkurrenten Microsoft zum direkten Vergleich heranzieht. Der Software-Riese muss aktuell den größten Quartalsverlust seiner Unternehmensgeschichte hinnehmen. Im Zeitraum von April bis Juni sei ein Minus von 3,2 Milliarden Dollar aufgelaufen, teilte der Konzern mit.

Das 2014 von Nokia übernommene Handygeschäft brachte der Firma aus Redmond im US-Bundesstaat Washington die meisten Probleme ein. Abschreibungen und Umbaukosten in Höhe von insgesamt 7,6 Milliarden Dollar aus dem Transfer belasten die Zahlen. Noch im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen einen Gewinn von 4,6 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Auch beim Umsatz stand Microsoft schon besser da: Die Erlöse sanken um mehr als fünf Prozent auf 22,2 Milliarden Dollar. Ein wesentlicher Grund ist der starke Dollarkurs, der die Auslandseinnahmen nach Umrechnung in die US-Währung verringert. An der Börse hatten Spekulanten und Aktionäre ein schwaches Ergebnis des Unternehmens bereits erwartet - die Quartalszahlen übertrafen die Prognosen am Ende sogar. Dennoch notierte die Microsoft-Aktie nachbörslich mit minus 2,7 Prozent.

mja/dpa/Reuters
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