Gewinneinbruch bei Telekom Mindest-Dividende soll Aktionärsflucht verhindern

Dramatischer Rückgang: Die Telekom hat 2009 nur noch einen Überschuss von 353 Millionen Euro erzielt. Das ist ein Minus von mehr als 76 Prozent gegenüber 2008. Damit es nicht zu einer Massenflucht der Aktionäre kommt, versprach der Konzern für die kommenden Jahre eine stabile Dividende.

Deutsche Telekom: Ergebnisrückgang auch in diesem Jahr
ddp

Deutsche Telekom: Ergebnisrückgang auch in diesem Jahr


Bonn - Keine rosa Zeiten: Die Deutsche Telekom Chart zeigen hat im vergangenen Jahr wegen milliardenschwerer Abschreibungen einen Gewinneinbruch verbucht. Zwar stieg der Umsatz um 4,8 Prozent auf 64,6 Milliarden Euro. Und operativ verdiente der Konzern 20,7 Milliarden Euro nach 19,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Doch der Überschuss sank deutlich - um mehr als drei Viertel auf 353 Millionen Euro. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Neben der bereits bekannten Wertminderung für die britische Mobilfunktochter T-Mobile UK aus dem Frühjahr in Höhe von 1,8 Milliarden Euro seien im vierten Quartal noch eine halbe Milliarde Euro auf das Süd- und Osteuropa-Geschäft, also vor allem auf die Beteiligung an der griechischen OTE, abgeschrieben worden.

Trotz des herben Gewinnrückgangs will der Konzern die Dividende für das abgelaufene Jahr stabil halten. Die Aktionäre sollen wie in den beiden Vorjahren mit 0,78 Euro je Aktie bedacht werden. Bis 2012 versprach das Unternehmen zudem erstmals eine Mindestausschüttung. Sie soll bei 70 Cent liegen.

Dieses Versprechen erstaunt, denn die Telekom rechnet auch für dieses Jahr mit einem leichten Rückgang im operativen Geschäft. Der operative Gewinn werde bei rund 20 Milliarden Euro liegen, hieß es weiter. Das wären rund 700 Millionen Euro weniger als 2009.

Das Geschäft auf dem Heimatmarkt Deutschland lief unterschiedlich: So sank der Umsatz im deutschen Festnetzgeschäft um 5,3 Prozent. Grund dafür war vor allem der weiter anhaltende rasante Verlust von Anschlüssen. Bei den DSL-Neukunden erzielte der Ex-Monopolist dagegen einen Marktanteil von gut 45 Prozent. Auch die Bilanz im Mobilfunk wertete das Unternehmen als positiv.

böl/Reuters/dpa-AFX



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