Gewinnwarnung Kurs von Windturbinenbauer Vestas stürzt ab

Die schlechten Nachrichten aus der Öko-Branche reißen nicht ab. Der dänische Windkraftanlagenbauer Vestas musste zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit seine Prognose senken. Die Märkte reagieren schockiert, der Kurs bricht um mehr als 20 Prozent ein.

Windrad von Vestas: Die Branche leidet unter Kampfpreisen
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Windrad von Vestas: Die Branche leidet unter Kampfpreisen


Aarhus - Es ist schon die zweite Korrektur seit Oktober: Der dänische Windkraftanlagenbauer Vestas Chart zeigen hat seine Erwartungen an Umsatz und Gewinn deutlich heruntergesetzt. Die Aktionäre reagierten entsetzt: Der Kurs des Unternehmens brach zeitweise um mehr als 20 Prozent ein.

Die verdüsterten Aussichten für Vestas stimmen Analysten für die gesamte Branche pessimistischer. Auch die Titel des deutschen Branchenkollegen Nordex Chart zeigen wurden von den Nachrichten aus Dänemark heruntergezogen - obwohl die Hamburger ihren Ausblick bestätigt hatten. Nordex, der spanische Konkurrent Gamesa Chart zeigen und die indische Suzlon mit ihrer Tochter Repower Chart zeigen verloren jeweils mehr als zwei Prozent.

Vestas rechnet nun mit 6 statt bisher 6,4 Milliarden Euro Umsatz. Einen Gewinn traut sich das Unternehmen überhaupt nicht mehr zu. Bisher hatte die Prognose für den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei 255 Millionen Euro gelegen.

Chinesische Unternehmen setzen Ökoenergiebranche unter Druck

Für die verschlechterte Lage machen die Dänen Verzögerungen bei Projektabschlüssen vor allem in Europa verantwortlich. Probleme beim Aufbau einer Fabrik in Lübeck-Travemünde, die als Grund für die Prognosesenkung im Oktober genannt wurden, seien aber inzwischen gelöst.

Die Vestas-Zahlen werfen ein Schlaglicht auf die immer noch ungelösten Probleme der Windkraftunternehmen. Die Branche leidet unter Preiskämpfen, steigenden Personalkosten und hohen Kapitalanforderungen beim kostspieligen Bau von Windparks auf hoher See.

Auch die Solarbranche kämpft mit Überkapazitäten und Preisverfall - vor allem angetrieben durch die stark expandierenden chinesischen Unternehmen. Nach diversen Pleiten in den USA mussten zuletzt der deutsche Solarpionier Solon und der Kraftwerksentwickler Solar Millennium Insolvenz anmelden. Ein Ende der Misere ist nicht in Sicht. Experten erwarten 2012 eine Fortsetzung der Konsolidierungswelle. Zum Jahresauftakt hatte das chinesische Unternehmen LDK die Übernahme der Konstanzer Solarfirma Sunways angekündigt.

dab/dpa/Reuters



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