Gezerre um Autobauer Wer im Opel-Poker die Strippen zieht

Von Timo Kotowski und

4. Teil: Klaus Franz - der inoffizielle Mister Opel


Klaus Franz: Klare Abneigung gegen GM
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Klaus Franz: Klare Abneigung gegen GM

Aus dem Opel-Stammwerk in Rüsselsheim kommt nur eine vernehmbare Stimme - und das ist die von Klaus Franz, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats. Als Lackierer kam er zu Opel, ist nun schon mehr als 30 Jahre im Konzern - und hat sich den Ruf erarbeitet, eine Art "Manager von unten" zu sein, der das Unternehmen mit Hilfe der Belegschaft aufpolieren will.

Franz hat sich im Bieterwettstreit um Opel früh festgelegt: Er will Magna. Auf keinen Fall solle der Fahrzeugbauer an RHJI gehen, und schon gar nicht in den Händen von GM bleiben. Ausschlaggebend für diese Position dürfte sein, dass ein Bündnis mit Magna die größtmögliche Unabhängigkeit von der einstigen Konzernmutter aus Detroit garantiert. Die Abnabelung von GM war Franz schon lange ein Anliegen, bevor der US-Konzern ins Straucheln geriet.

An GM selbst lässt er kaum ein gutes Haar. "Wir kennen die Pläne von GM. Die sagen klipp und klar: Schließung der Werke von Antwerpen, Bochum und Verkauf des Eisenacher Werks", sagte er der "Berliner Zeitung". Kein Wunder, dass Franz auch nichts vom Finanzinvestor RHJI hält, der ist aus seiner Sicht nur ein "Steigbügelhalter von GM", der Opel nach einigen Jahren wieder an GM zurückverkaufen könnte.

Tatsächlich ist Franz so eingenommen für Magna, dass er Fortschritte in den Gesprächen des Zulieferers mit GM schon mal herbeiredet. An der abschließenden Entscheidung ist er aber nicht beteiligt. Allerdings ist seine Stellung nicht zu unterschätzen - schließlich vertritt er die Interessen der Beschäftigten in den Opel-Werken.



insgesamt 73 Beiträge
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Stramonium, 29.08.2009
1.
Zitat von sysopDas Tauziehen um die Zukunft des Autoherstellers Opel dauert an. Das Bild, das die Bundesregierung abgibt, sieht dabei nicht unbedingt vorteilhaft aus. Hat sie sich bei den Verhandlungen zu früh auf den Zulieferer Magna festgelegt?
Das kann man laut sagen.
lupenrein 29.08.2009
2.
Die Festlegung auf Magna war keineswegs zu früh, auf jeden Fall aber richtig, weil damit eindeutig die Interessen Deutschlands/Europas vertreten wurden. In gleicher Weise haben die USA/GM ihre ureigensten Interessen vertreten. GB war beleidigt, weil Deutschland nicht auch für Vauxhall gerade stehen wollte ( sprich zahlen wollte). Das einzige 'Entgegenkommen' der USA gegenüber Deutschland, besser gegenüber Frau Merkel, besteht wohl darin, dass man die Karten erst nach den BT-Wahlen auf den Tisch legen wird. Man will ja den Wahlsieg von Frau Merkel nicht unnötig gefährden.
kleinrentner 29.08.2009
3. natürlich zu frühe Festlegung
Zitat von sysopDas Tauziehen um die Zukunft des Autoherstellers Opel dauert an. Das Bild, das die Bundesregierung abgibt, sieht dabei nicht unbedingt vorteilhaft aus. Hat sie sich bei den Verhandlungen zu früh auf den Zulieferer Magna festgelegt?
was sind das denn für Verhandlungen gewesen. Durch die frühe Festlegung, man wollte/musste ja unbedingt vor der Wahl die Lorbeeren einsammeln, hat man sich die Chancen auf vernünftige Preise respektive Staatsbelastung selber verbaut/versaut. Jetzt muss man mit Magna nehmen was man kriegt. Ist ja wenig bzw. teuer genug, und hier ausführlich abgehandelt worden. Beamte und Politclowns haben im Tagesgeschäft nichts zu suchen.
Tsyngtaoone 29.08.2009
4. Keine Chance mehr für Magna
Die frühzeitige einseitige Präferenz der deutschen Politik auf das Magna Konsortium war aus meiner Sicht vollkommen unnötig und bei nachhaltiger Betrachtung falsch, da es der deutschen Politik die Flexibilität bzw. weitere Optionen auf eine betriebswirtschaftlich sinnvolle Lösung unnötiger Weise weitgehend genommen hat. GM ist Dank der massiven finanziellen Intervention der US Regierung schnell und erstarkt aus der Insolvenz herausgekommen und wird nunmehr der Deutschen Regierung / Opel ihren Wunschkandidaten RHJI aufzwingen.
diaphoros 29.08.2009
5. Mit Ruhm bekleckert...
.....haben sich da beide Parteien der Großen Koalition, die glaubten bei diesem Thema im Wahlkampf punkten zu können. Schwaches Bild sogar von Merkel und noch mehr von Steinmeier, der glaubte bei Opel den Löwen spielen zu müssen, obwohl ihm das am allerwenigsten liegt. Dabei hat das alles nur etwas mit natürlicher Intelligenz zu tun und die hatte wenigstens in diesm Fall der Herr zu Guttenberg. Frei nach Schiller: "Nacht muß es sein, wenn Friedlands Sterne strahlen"
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