Gezerre um Autobauer Wer im Opel-Poker die Strippen zieht

Das Gezerre um die Zukunft von Opel wird zur endlosen Geschichte - kein Wunder, denn zahlreiche Akteure mit den unterschiedlichsten Positionen sind beteiligt. Wer hat welche Machtinteressen im Verkaufspoker? SPIEGEL ONLINE zeigt es.

Von Timo Kotowski und


Hamburg - Manchmal reicht ein Satz, um eine Situation treffend zu beschreiben: "Es besteht regelmäßiger Kontakt mit General Motors, ein Treffen in Berlin wird es heute aber nicht geben", hieß es am Freitag aus Regierungskreisen. Damit ist klar: Die Verhandlungen um die Zukunft von Opel gehen weiter, eine Entscheidung ist weiterhin nicht in Sicht.

Tatsächlich wird seit Wochen und Monaten diskutiert, verhandelt und taktiert, welcher Investor bei der Tochter des amerikanischen Autokonzerns General Motors (GM) einsteigen darf. Das Problem dabei: Das Gezocke um den Fortbestand des traditionsreichen Fahrzeugherstellers ist undurchschaubar geworden - weil viel mehr Personen mitreden und sich einmischen, als am Ende mitbestimmen dürfen: Regierungs- und Oppositionspolitiker, Betriebsräte und Gewerkschaftsfunktionäre, Manager und mögliche Investoren - und das auf deutscher und auf amerikanischer Seite.

An einem Punkt aber kommen auch die Großsprecher und selbsternannten Interessenvertreter nicht vorbei: Am Ende entscheidet einzig und allein der Verwaltungsrat des Autoriesen, wer zum Zuge kommt. SPIEGEL ONLINE zeigt, wer bei GM und Opel die wichtigsten Akteure sind.



insgesamt 73 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Stramonium, 29.08.2009
1.
Zitat von sysopDas Tauziehen um die Zukunft des Autoherstellers Opel dauert an. Das Bild, das die Bundesregierung abgibt, sieht dabei nicht unbedingt vorteilhaft aus. Hat sie sich bei den Verhandlungen zu früh auf den Zulieferer Magna festgelegt?
Das kann man laut sagen.
lupenrein 29.08.2009
2.
Die Festlegung auf Magna war keineswegs zu früh, auf jeden Fall aber richtig, weil damit eindeutig die Interessen Deutschlands/Europas vertreten wurden. In gleicher Weise haben die USA/GM ihre ureigensten Interessen vertreten. GB war beleidigt, weil Deutschland nicht auch für Vauxhall gerade stehen wollte ( sprich zahlen wollte). Das einzige 'Entgegenkommen' der USA gegenüber Deutschland, besser gegenüber Frau Merkel, besteht wohl darin, dass man die Karten erst nach den BT-Wahlen auf den Tisch legen wird. Man will ja den Wahlsieg von Frau Merkel nicht unnötig gefährden.
kleinrentner 29.08.2009
3. natürlich zu frühe Festlegung
Zitat von sysopDas Tauziehen um die Zukunft des Autoherstellers Opel dauert an. Das Bild, das die Bundesregierung abgibt, sieht dabei nicht unbedingt vorteilhaft aus. Hat sie sich bei den Verhandlungen zu früh auf den Zulieferer Magna festgelegt?
was sind das denn für Verhandlungen gewesen. Durch die frühe Festlegung, man wollte/musste ja unbedingt vor der Wahl die Lorbeeren einsammeln, hat man sich die Chancen auf vernünftige Preise respektive Staatsbelastung selber verbaut/versaut. Jetzt muss man mit Magna nehmen was man kriegt. Ist ja wenig bzw. teuer genug, und hier ausführlich abgehandelt worden. Beamte und Politclowns haben im Tagesgeschäft nichts zu suchen.
Tsyngtaoone 29.08.2009
4. Keine Chance mehr für Magna
Die frühzeitige einseitige Präferenz der deutschen Politik auf das Magna Konsortium war aus meiner Sicht vollkommen unnötig und bei nachhaltiger Betrachtung falsch, da es der deutschen Politik die Flexibilität bzw. weitere Optionen auf eine betriebswirtschaftlich sinnvolle Lösung unnötiger Weise weitgehend genommen hat. GM ist Dank der massiven finanziellen Intervention der US Regierung schnell und erstarkt aus der Insolvenz herausgekommen und wird nunmehr der Deutschen Regierung / Opel ihren Wunschkandidaten RHJI aufzwingen.
diaphoros 29.08.2009
5. Mit Ruhm bekleckert...
.....haben sich da beide Parteien der Großen Koalition, die glaubten bei diesem Thema im Wahlkampf punkten zu können. Schwaches Bild sogar von Merkel und noch mehr von Steinmeier, der glaubte bei Opel den Löwen spielen zu müssen, obwohl ihm das am allerwenigsten liegt. Dabei hat das alles nur etwas mit natürlicher Intelligenz zu tun und die hatte wenigstens in diesm Fall der Herr zu Guttenberg. Frei nach Schiller: "Nacht muß es sein, wenn Friedlands Sterne strahlen"
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.