Konsumlaune in Deutschland Kaufen, kaufen, kaufen

Auf der Bank gibt es nur Mini-Zinsen, da geben die Deutschen ihr Geld lieber aus. Der GfK-Konsumklima-Index erreicht den höchsten Stand seit mehr als sieben Jahren.
Käufer in der Hamburger Innenstadt: Volle Tüten

Käufer in der Hamburger Innenstadt: Volle Tüten

Foto: Bodo Marks/ picture alliance / dpa

Berlin/Nürnberg - Sparen lohnt sich derzeit kaum. Im Umkehrschluss heißt das für viele: Geld ausgeben ist angesagt. So hat die jüngste Zinssenkung der EZB die deutschen Verbraucher offenbar in deutlich bessere Konsumstimmung versetzt. Das Barometer für das Konsumklima im Juli stieg auf 8,9 Punkte und erreichte damit den höchsten Wert seit Dezember 2006, teilte das Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK mit.

Das Zinssignal der EZB habe "die Sparneigung regelrecht abstürzen lassen", sagte ein GfK-Experte. Zudem bewerten die Konsumenten die Aussichten für die Konjunktur so gut wie seit drei Jahren nicht mehr. Auch beurteilen die Verbraucher die eigenen künftigen Finanzen weiter sehr gut. Die neuen Daten kommen eher überraschend, laut Nachrichtenagentur Reuters hatten Ökonomen nicht mit einem Anstieg des GfK-Index gerechnet.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte Anfang Juni den Leitzins in der Eurozone auf das Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt und den Banken erstmals einen Strafzins aufgezwungen, um die Kreditnachfrage anzukurbeln. Da die Kreditinstitute ihrerseits die Einlagenzinsen wohl rasch kappen dürften, wird Sparen für die Kunden immer unattraktiver. Auch die Banken parken weniger Geld bei der EZB, so wenig wie zuletzt vor mehr als drei Jahren.

Die Bereitschaft der Verbraucher, größere Einkäufe zu tätigen, legte im Juni deshalb spürbar zu. Dies führt die Gfk auch auf die gute Lage am Arbeitsmarkt und die niedrige Inflation zurück. Das Barometer für die Einkommenserwartung bleibt trotz eines leichten Rückgangs auf hohem Niveau. Zudem blicken die Verbraucher so optimistisch auf die Konjunktur wie seit Juni 2011 nicht mehr. Risikofaktoren bleiben laut GfK  jedoch die Krisen in Syrien, der Ukraine und dem Irak.

Zuvor hatte die Konsumstimmung etwa vier Monate lang weitgehend stagniert. Im Juni lag das Barometer bei 8,6 Zählern, zwischen März und Mai jeweils bei 8,5 Punkten. Allerdings hatten die Deutschen im vergangenen Jahr so viel konsumiert wie noch nie, sie gaben 2013 laut Statistischem Bundesamt rund 1,6 Billionen Euro aus.

bos/Reuters
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