Britischer Manager Ex-China-Chef von Glaxo-Smith-Kline soll Bestechung befohlen haben

Der frühere China-Chef von Großbritanniens größtem Pharmakonzern Glaxo-Smith-Kline muss sich wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht verantworten. Das Unternehmen soll mehrere Hundert Millionen Dollar für Bestechung ausgegeben haben.
Büro von Glaxo-Smith-Kline in Shanghai: Umfassendes Korruptionsnetzwerk?

Büro von Glaxo-Smith-Kline in Shanghai: Umfassendes Korruptionsnetzwerk?

Foto: ALY SONG/ REUTERS

Peking/London - Der Ex-China-Chef des britischen Pharmakonzerns Glaxo-Smith-Kline (GSK) soll seinen Mitarbeitern die Zahlung von Schmiergeldern in dem asiatischen Land befohlen haben. Außer zwei chinesischen GSK-Managern sitze auch der Brite Mark Reilly auf der Anklagebank, teilte die Polizei in Peking mit.

Er habe ein "umfassendes Korruptionsnetzwerk" betrieben, zitierte das Ministerium für Öffentliche Sicherheit am Mittwoch aus den Untersuchungsergebnissen der Polizei. Die Angeklagten werden beschuldigt, Schmiergeld an Ärzte und Krankenhäuser gezahlt zu haben, damit sie Glaxo-Produkte bevorzugen. Den Ermittlern zufolge soll GSK seit 2007 fast 500 Millionen Dollar (365 Millionen Euro) für Bestechung ausgegeben haben.

Die Anklage gegen Reilly überraschte Beobachter und ausländische Firmen vor Ort, weil der Konzern zunächst nur von Korruptionsvorwürfen gegen chinesische Manager gesprochen hatte. Zudem sind die Anklagepunkte schärfer als von Branchenexperten erwartet: Dem ehemaligen China-Chef des Pharmakonzerns droht in dem Land eine lebenslange Haftstrafe wegen Bestechung. Chinesische Behörden ermitteln seit vergangenem Sommer gegen Großbritanniens größten Pharmakonzern.

Das Unternehmen Glaxo-Smith-Kline   erklärte, man sei sehr besorgt über den Fall. Reilly musste bereits nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Juli seinen Posten räumen. Er verließ China zunächst, kehrte dann aber wieder zurück, um mit der Polizei zu kooperieren.

bos/AFP/Reuters
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