Globale Börsenturbulenzen Chemiegigant Evonik stoppt Börsengang

Die Talfahrt an den Kapitalmärkten vermiest dem Chemiekonzern Evonik den geplanten Börsengang: Wegen der unsicheren Börsenlage verzichtet das Essener Unternehmen vorerst auf den Schritt.

Evonik-Logo: Absage an den Börsengang
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Evonik-Logo: Absage an den Börsengang


Essen - Es sollte einer der größte Börsengänge in Deutschland seit Jahren werden - doch die Unsicherheit an den Finanzmärkten hat die Pläne des Chemiekonzerns Evonik vorerst durchkreuzt. Man werde den Schritt an die Börse im Herbst nicht mehr wagen, teilte der Mehrheitseigner, die RAG-Stiftung, am Freitag mit. Die aktuelle Verfassung der Finanz- und Kapitalmärkte und ihre Perspektiven machten das Vorhaben für dieses Jahr unmöglich.

Der Chef der RAG-Stiftung, Wilhelm Bonse-Geuking, betonte, der Essener Konzern sei in einer "hervorragenden Verfassung". Die Unsicherheit an den Finanzmärkten sei jedoch "Gift für den Börsengang", der ein Volumen von rund fünf Milliarden Euro haben soll.

Die Stiftung, der Miteigner CVC - ein Finanzinvestor - und Evonik würden die Entwicklung an den Börsen nun "sehr genau beobachten", sagte Bonse-Geuking. Man sei wegen der bereits getroffenen umfassenden Vorbereitungen in der Lage, einen Börsengang kurzfristig einzuleiten - "wenn die Richtung auf den Märkten wieder stimmt". Entscheidend für eine Aktienemission sei die richtige Bewertung von Evonik durch die Investoren.

Verunsicherte Märkte

Derzeit dominieren die Ängste der Anleger die Märkte, die Börsenkurse in Europa sind seit Monaten auf Talfahrt. Der deutsche Leitindex Dax Chart zeigen verlor binnen drei Monaten mehr als 30 Prozent. Viele dort verzeichnete Unternehmen mussten Wertverluste in ähnlichem Umfang hinnehmen. Am Freitag stürzte der Dax Chart zeigen zeitweise unter die Grenze von 5000 Punkten. Vor allem die drohende Staatspleite Griechenlands sorgte für Verunsicherung. Die Turbulenzen am deutschen Aktienmarkt dürften nach Einschätzung von Analysten auch in der kommenden Woche anhalten.

In Finanzkreisen hatte es geheißen, Evonik könnte im Frühjahr 2012 einen neuen Anlauf für einen Börsengang wagen. Im ersten Halbjahr 2011 hatte der Konzern zweistellige Zuwachsraten beim Umsatz und Rekordwerte beim operativen Gewinn verbucht. 2011 will Konzernchef Klaus Engel bei den Zahlen gegenüber dem Vorjahr zulegen. 2010 hatte Evonik bei einem Umsatz von 13,3 Milliarden Euro einen operativen Gewinn (Ebit) von 1,6 Milliarden Euro erzielt.

Nicht nur dem Essener Konzern haben die Markt-Turbulenzen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auch Siemens hat jüngst den Börsengang der Tochter Osram vorerst zu den Akten gelegt. Der letzte Börsengang im Milliardenvolumen in Deutschland - der des Hamburger Hafenkonzerns HHLA Chart zeigen - ist fast vier Jahre her.

kra/Reuters/dpa/dapd



insgesamt 6 Beiträge
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syracusa 23.09.2011
1. geballte Inkompetenz der Evonik-Ingenieure
Zitat von sysopDie Talfahrt*an den Kapitalmärkten vermiest dem Chemiekonzern Evonik den geplanten Börsengang:*Wegen der*unsicheren Börsenlage verzichten*das Essener Unternehmen vorerst auf den Schritt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,788090,00.html
Führende Ingenieure der Evonik-Degussa fallen auf hahnebüchenen Unsinn herein und haben Energieanlagen mit diesen Magneten ausgerüstet: http://www.ecojet.com/. Sorry, aber wenn Ingenieure eines Unternehmens auf solche Esoterik hereinfallen und sogar behaupten, diese Geräte würden wie versprochen funktionieren, dann würde ich bei dem Unternehmen auch nichts investieren.
whocaresbutyou 23.09.2011
2. was soll das denn bitte?
Zitat von syracusaFührende Ingenieure der Evonik-Degussa fallen auf hahnebüchenen Unsinn herein und haben Energieanlagen mit diesen Magneten ausgerüstet: http://www.ecojet.com/. Sorry, aber wenn Ingenieure eines Unternehmens auf solche Esoterik hereinfallen und sogar behaupten, diese Geräte würden wie versprochen funktionieren, dann würde ich bei dem Unternehmen auch nichts investieren.
Was bitte tut das denn zum Thema? Zum Einen haben die sicherlich mehr als ein paar Ingenieure. Zum Anderen ist der Schluss den Sie daraus ziehen (immer mal vorausgesetzt diese Aussage entspricht auch nur halbwegs der Wahrheit) wohl eher Grundschulpolemik. Abgesehen davon ist man heutzutage auch öfter mal gezwungen den größten Mist zu bauen, weil der Kunde irgendeinen bestimmten Hersteller oder ein bestimmtes Teil vorschreibt und sich selbst gegenüber kompetenten Fachleuten als völlig beratungsresistent erweißt. Also bitte zurück zum Thema ...
founder 23.09.2011
3. Anklageschrift an die "Wirtschaftswissenschafen"
Was hat das mit dem Börsengang von Evonik zu tun? Viel! Evonik gehört zu den Firmen die Lithiumakkus bauen, ist somit Teil der für uns überlebenswichtigen ölersetzenden Industrie. Seit jahrzehnten wird unsere Welt von den Vorgaben der Wirtschaftswissenschaften und vor allem von deren Rechenfehler geprägt (http://politik.pege.org/2011-anklage/). Falsche Rentabilitätsrechnungen, weil auf die Grenzkostenrechnung und andere Effekte vergessen wurde, weil die WW nur in Wolkenkuckusheim funktioniert, wo es bekanntlich unendliche nie knapp werdende Rohstoffe gibt. Die Folgen all dieser Rechenfehler, der Zustand dee EU+USA. Wäre im 19 Jahrhundert auch dieses Investitionsklima gewsen, wur würden noch mit der Pferdekutsche fahren Strom wäre eine Jahrmarktsattraktion und Telephonn gäbe es auch keines
kkonline 23.09.2011
4. Globale Börsenturbulenzen: Chemiegigant Evonik*stoppt Börsengang
Zitat von sysopDie Talfahrt*an den Kapitalmärkten vermiest dem Chemiekonzern Evonik den geplanten Börsengang:*Wegen der*unsicheren Börsenlage verzichten*das Essener Unternehmen vorerst auf den Schritt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,788090,00.html
Evonik ist doch ein volkseigener Betrieb, der aus Steuergeldern finanziert wurde. Warum sollte der an die Börse gehen ? Wird hier schon wieder Vermögen des deutschen Steuerzahlers verschleudert ? Brauchen merkel und Schäuble Fluchtgeld ?
jga, 23.09.2011
5. bedankt euch bei der Haider-FDP
Zitat von sysopDie Talfahrt*an den Kapitalmärkten vermiest dem Chemiekonzern Evonik den geplanten Börsengang:*Wegen der*unsicheren Börsenlage verzichten*das Essener Unternehmen vorerst auf den Schritt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,788090,00.html
aber Hauptsache, die FDP hat versucht, die Hoheit über die Stammtische zu gewinnen. Chancenlos gegen die CSU, aber maximaler Schaden für Deutschland.
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