Monsanto und Co. Glyphosat-Hersteller sind "tief enttäuscht" über EU-Zulassung

In Deutschland sorgt die verlängerte Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat für massiven politischen Ärger. Doch auch die Herstellerkonzerne wettern gegen die EU-Entscheidung - die Genehmigung sei viel zu kurz.
Verpackung eines Unkrautvernichtungsmittels mit Glyphosat

Verpackung eines Unkrautvernichtungsmittels mit Glyphosat

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Nimmt man die Empörung zum Maßstab, die die EU-Entscheidung zu Glyphosat in Deutschland erzeugt hat, könnte man annehmen, die Hersteller selbst müssten nun überglücklich sein. Doch weit gefehlt: Der US-Agrarkonzern Monsanto und weitere Produzenten zeigen sich "tief enttäuscht" über die Verlängerung der Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters. Sie gilt ihnen schlicht zu kurz.

Zwar hätten die Mitgliedstaaten mit qualifizierter Mehrheit im Berufungsausschuss für eine erneute Zulassung von Glyphosat in der EU gestimmt, teilt die Hersteller-Vereinigung GTF in einer Stellungnahme mit . "Der Genehmigungszeitraum beträgt aber lediglich fünf Jahre."

Es handle sich um eine "diskriminierende Entscheidung", die nicht der wissenschaftlichen Bewertung des Wirkstoffs entspreche. Das Ergebnis der Abstimmung sei vielmehr "das Resultat einer fehlgeleiteten öffentlichen Meinung und von politischer Einflussnahme", empörte sich der Hersteller-Zusammenschluss. Untersuchungen hätten ergeben, dass von Glyphosat "keine unvertretbaren Risiken ausgehen".

Glyphosat - Das Wichtigste im Überblick

Bei der Abstimmung am Montag hatten die EU-Mitglieder knapp für die Verlängerung von Glyphosat um weitere fünf Jahre entschieden - mit der Stimme Deutschlands, trotz der klaren Ablehnung durch die SPD. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat die Entscheidung nach eigener Aussage auf eigene Verantwortung getroffen, obwohl SPD-Umweltministerin Barbara Hendricks explizit Einspruch erhoben hatte.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation WHO hatte Glyphosat 2015 als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft. Andere Experten kamen allerdings zu anderen Ergebnissen. Unabhängig davon gilt Glyphosat nach Einschätzung von Umweltexperten allerdings auch als Gefahr für die Artenvielfalt, besonders für Bienen und andere Insekten sowie für Vögel. Für die Landwirte ist Glyphosat hingegen ein effizientes und kostengünstiges Mittel.

fdi/AFP