Übernahme in der Autobranche GM prüft Verkauf von Opel an Peugeot

In der Autobranche bahnt sich eine Großübernahme an: Der französische Autokonzern Peugeot ist an Opel interessiert. Es gebe Gespräche mit General Motors über den Kauf der Rüsselsheimer Tochter des US-Konzerns.

Opel Astra und Peugeot 3008 Hybrid4
GM; Peugeot

Opel Astra und Peugeot 3008 Hybrid4


Der US-Automobilhersteller General Motors sondiert einen Verkauf seiner Rüsselsheimer Tochter Opel an den französischen Konkurrenten PSA Peugeot Citroën. Die Konzerne loteten verschiedene Möglichkeiten zur Expansion und Kooperation aus, darunter auch eine mögliche Übernahme der europäischen GM-Töchter Opel in Deutschland und Vauxhall in Großbritannien durch PSA, bestätigten beide Autokonzerne.

Die Gespräche seien in einem fortgeschrittenen Stadium, hatten zuvor Insider den Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters gesagt. Der Abschluss der Verhandlungen von GM und PSA, zu dem die Marken Peugeot und Citroën gehören, könne binnen Tagen verkündet werden. Allerdings könnten die Gespräche auch noch scheitern. Opel und Peugeot hatten bereits vor einigen Jahren eine Allianz angestrebt. Am Ende blieb davon die gemeinsame Produktion von einigen Modellen.

Die deutsche Traditionsmarke mit dem Blitz als Logo gehört seit fast 90 Jahren zu GM. Die Amerikaner hatten jahrelang vergeblich versucht, Opel zu sanieren. Als Anfang 2013 der frühere VW-Manager Karl-Thomas Neumann das Steuer in Rüsselsheim übernahm, keimte neue Hoffnung. GM investierte kräftig in neue Modelle und brachte mit dem Mokka einen kleinen Geländewagen auf den Markt. Die GM-Tochter legte nach Meinung von Experten jedoch nicht schnell genug nach, um stärker vom Trend zu sportlichen Geländewagen zu profitieren.

Im vergangenen Jahr hatte Opel sein Ziel verfehlt, erstmals seit 1999 schwarze Zahlen zu schreiben. Als Grund für einen Verlust von 257 Millionen Euro nannte Firmenchef Neumann Währungsturbulenzen nach dem britischen Referendum für einen EU-Austritt.

Arbeitnehmer kritisieren Übernahmegespräche

Vertreter der Arbeitnehmer von Opel haben verärgert auf die Gespräche von General Motors und PSA reagiert. Sie sehen sich dabei übergangen. Von den Berichten über einen möglichen Verkauf sei man überrascht worden, das wäre eine "beispiellose Verletzung sämtlicher deutscher wie europäischer Mitbestimmungsrechte", warnten IG Metall und der Opel-Gesamtbetriebsrat. "Ungeachtet dessen würden wir einen möglichen Verkauf von Opel/Vauxhall an PSA aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit PSA vorbehaltlos prüfen."

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) betonte, sie hoffe, dass eine mögliche Übernahme von Opel durch PSA Peugeot Citroën keine negativen Folgen für den Standort habe. "Für mich als Ministerpräsidentin ist maßgeblich und wichtig, ob am Ende die Marke Opel erhalten bleibt, der Standort erhalten bleibt und die Beschäftigten erhalten bleiben", sagte sie auch mit Blick auf das Opel-Werk in Kaiserslautern.

kig/Reuters/dpa

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insgesamt 132 Beiträge
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Seite 1
GSYBE 14.02.2017
1. Peugeot oder PSA
Der Artikel it nicht ganz transparent: geht es um den möglichen Verkauf des gesamten PSA Konzerns oder nur um die Marke Peugeot?
CommonSense2006 14.02.2017
2. Macht Sinn
GM schafft es nicht, in Europa Geld zu verdienen, das Problem scheint hier aber in erster Linie UK zu sein. Da können wahrscheinlich die Franzosen einiges verbessern, entweder die Produktion in UK ganz dicht machen oder mit einer Mischung von Preisanpassungen und Kostensenkungen (in D produzieren soll recht effizient sein, hab ich gehört) wieder Geld verdienen.
j.vantast 14.02.2017
3. Lachhaft
Die Amerikaner haben nie ernsthaft versucht Opel zu sanieren. Im Gegenteil. GM hat Technologien abgegriffen und Opel durfte in vielen Ländern nicht verkaufen weil GM dort sonst unerwünschte Konkurrenz zu den amerikanischen Produkten von GM gehabt hätte. Somit wurde Opel der Zugang zum Weltmarkt von GM verwehrt. Vielleicht wäre es besser wenn Opel bei Peugeot landen würde. Dann müssten die Amerikaner bei GM aber wieder selbst entwickeln.
TheFunk 14.02.2017
4. Kaum zu glauben.
Opel ist auch Vauxhall. Das bedeutet, GM zieht sich komplett aus Europa zurück, nachdem Chevrolet/ Daewoo erst aus Deutschland zurückgezogen wurde? Jetzt, wo Opel wieder ein positives Image hat und Gewinn abwirft?
Belle 14.02.2017
5. steht doch schon in der Überschrift !
Zitat von GSYBEDer Artikel it nicht ganz transparent: geht es um den möglichen Verkauf des gesamten PSA Konzerns oder nur um die Marke Peugeot?
"GM prüft offenbar Verkauf von Opel an Peugeot" ist doch eigentlich eindeutig. Ansonsten wünsche ich den PSA-Mitarbeitern und Händler viel Glück. Mit einem abgehobenen Carlos Tavares an der Spitze werden sie das benötigen....
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