Umsatzstärkste Drogeriemarktkette in Europa dm-Gründer Götz Werner ist tot

Der Gründer der Drogeriemarktkette dm ist im Alter von 78 Jahren verstorben. Götz Werner baute ein Firmenreich mit 66.000 Angestellten auf – und warb zuletzt stark für ein bedingungsloses Grundeinkommen.
Götz Werner (Archivbild)

Götz Werner (Archivbild)

Foto: Uli Deck/ picture-alliance/ dpa

Deutschland ist um eine Gründerlegende ärmer. Götz Werner, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Drogeriemarktkette dm, ist im Alter von 78 Jahren gestorben.

Er wurde 1944 als Sohn eines Drogisten in Heidelberg geboren. Sein größter Wunsch war nach Angaben seiner Familie, eines Tages selbst Drogist zu werden. Nach einer entsprechenden Lehre in Konstanz trat er zunächst in die väterliche »Drogerie Werner« ein. Seine Geschäftsideen fanden dort jedoch keinen Anklang.

Er verließ 1969 seine Heimatstadt Heidelberg und trat in das Karlsruher Unternehmen »Drogerie Roth« ein. Da er sich auch dort mit seiner Firmenidee nicht durchsetzen konnte, entschloss sich Werner 1973 mit dm-drogerie markt ein eigenes Unternehmen zu gründen.

Seine Maxime der »permanenten, konstruktiven Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnissen« und der daraus erwachsende Wille, das Unternehmen immer wieder zu verändern, prägten den Erfolg von dm maßgeblich mit. dm-drogerie markt ist heute in 14 europäischen Ländern aktiv. Mehr als 66.000 Menschen arbeiten dort. Mit einem Umsatz von 12,3 Milliarden Euro ist das Unternehmen Marktführer in Europa.

Bereits seit Anfang der Neunzigerjahre und verstärkt nach seinem Abschied aus der operativen Verantwortung 2008, warb Werner für das bedingungslose Grundeinkommen. In ihm sah er einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag, um auch in Zeiten zunehmender Globalisierung, Digitalisierung und Automatisierung den Menschen Freiraum für Eigeninitiative zu ermöglichen und die Teilnahme wie die Teilhabe am Leben der freien Bürgergesellschaft zu ermöglichen.

»Dass er die Vollendung dieser Idee nicht mehr erleben würde, war ihm stets bewusst«, heißt es in der Pressemitteilung zu seinem Tod.

ssu/dpa
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