Steigende Nachfrage Deutsche Börse bunkert fast 200 Tonnen Gold

Die wirtschaftlichen Aussichten werden schlechter - und die Nachfrage nach der Krisenrücklage Gold steigt. Die Deutsche Börse lagert wegen des Andrangs der Anleger immer mehr Barren im Tresor.

Goldbarren
Sven Hoppe / DPA

Goldbarren


Kräftige Nachfrage nach Gold als Anlage hat den Goldbestand bei der Deutschen Börse nah an die 200-Tonnen-Marke getrieben. 194,3 Tonnen des Edelmetalls lagerten am 30. Juni dieses Jahres in den Tresoren der Börse in Frankfurt, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Zum Jahreswechsel waren es noch 181,5 Tonnen gewesen.

Neues Gold kommt immer dann hinzu, wenn Anleger die sogenannte Xetra-Gold-Anleihe erwerben. Für jeden Anteilschein wird ein Gramm des Edelmetalls hinterlegt. Nach dem zuletzt starken Anstieg des Goldpreises kletterte der Wert der Goldbestände auf 7,7 Milliarden Euro - ebenfalls ein Höchststand.

Gold-Fakten

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Gold gilt in turbulenten Zeiten als sicherer Hafen. Zudem werfen Anlagen wie Sparbuch oder Tagesgeld wegen der extrem niedrigen Zinsen kaum noch etwas ab. Auch die Börse Stuttgart bietet ein börsengehandeltes Wertpapier auf Gold-Basis an. Dessen Name: "Euwax Gold".

Mancher Anleger lässt sich sein Gold sogar nach Hause liefern: Seit der Einführung von "Xetra-Gold" im Jahr 2007 haben Anleger von dieser Möglichkeit 1033 Mal Gebrauch gemacht. Insgesamt wurden dabei nach Angaben der Deutschen Börse 5,05 Tonnen Gold ausgeliefert.

ssu/dpa-AFX

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insgesamt 10 Beiträge
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thequickeningishappening 02.07.2019
1. Jahresfoerderung = ca 3.200 Tonnen
Davon ca. 0,4% in 6 Monaten bei Der Deutschen Börse im Tresor = 0,8% auf's Jahr gerechnet. Deutschland hat ca. 1% Der Weltbevölkerung. Passt schon. Der Run auf Gold hat noch nicht eingesetzt. Man könnte es allerdings als leichtes Vorbeben deuten ?!
jupp78 02.07.2019
2.
Zitat von thequickeningishappeningDavon ca. 0,4% in 6 Monaten bei Der Deutschen Börse im Tresor = 0,8% auf's Jahr gerechnet. Deutschland hat ca. 1% Der Weltbevölkerung. Passt schon. Der Run auf Gold hat noch nicht eingesetzt. Man könnte es allerdings als leichtes Vorbeben deuten ?!
Nein, passt so gar nicht. Denn es ist ja davon auszugehen, dass nur ein kleiner Bruchteil des erworbenen Goldes hierzulande über das genannte Wertpapier der Deutschen Börse erworben wird. Sie aber unterstellen, dass alles Gold oder zumindest ein Großteil so erworben wird ... und das ist garantiert nicht der Fall.
StefanXX 02.07.2019
3.
Zitat von jupp78Nein, passt so gar nicht. Denn es ist ja davon auszugehen, dass nur ein kleiner Bruchteil des erworbenen Goldes hierzulande über das genannte Wertpapier der Deutschen Börse erworben wird. Sie aber unterstellen, dass alles Gold oder zumindest ein Großteil so erworben wird ... und das ist garantiert nicht der Fall.
Da haben Sie natürlich völlig Recht, die Rechnung des Mitforisten war etwas naiv. Aber warum sollte da überhaupt etwas "passen" oder auch "nicht passen"? Es ist wie es ist. Ob da nun 20, 200 oder 2.000 Tonnen Gold lagern betrachte ich mal relativ wertfrei.
Schischmi 02.07.2019
4. Xetra-Gold ein ETF
Xetra-Gold (4GLD) ist ein börsengehandelter Fond (ETF), keine Anleihe. Anteilseignern gehört je Anteil 1 Gramm des in Frankfurt gelagerten Xetra-Golds. Dies schließt das verbriefte Recht auf Lieferung ein. Und nur weil das Papier auf Xetra gehandelt wird, wird das hinterlegte Gold nicht mehr. Nur wenn die Deutsche Börse AG zusätzliche Anteile begibt, muss auch die hinterlegte Goldmenge wachsen. Insofern hat ein möglicher Run auf Gold keinerlei Einfluss auf die hier hinterlegte Menge. Im Gegenteil. Ich könnte mir vorstellen, dass die dort gelagerte Menge physischen Goldes deutlich abnehmen würden, käme es zu einem Run auf Gold. Dann würden ja viele ihr verbrieftes Recht auf Lieferung ausüben und ihre Anteilsscheine gegen Barren tauschen (wie mit 5 Tonnen seit der Einführung geschehen).
jupp78 02.07.2019
5.
Zitat von StefanXXDa haben Sie natürlich völlig Recht, die Rechnung des Mitforisten war etwas naiv. Aber warum sollte da überhaupt etwas "passen" oder auch "nicht passen"? Es ist wie es ist. Ob da nun 20, 200 oder 2.000 Tonnen Gold lagern betrachte ich mal relativ wertfrei.
Doch, der Ansatz des Mitforisten die geförderte Menge Gold in einen Kontext zum Wachstum der Goldbestände zu setzen, ist an sich schon richtig. Denn es ist logisch, dass das geförderte Gold irgendwo bleiben muss. Und sein Rückschluss von Köpfen auf Goldmenge ist zwar sehr grob, aber ein erster Ansatz. Nur eben der Punkt, dass alles Gold welches in D unter die Leute kommt über die Deutsche Börse mittels diesem Papier läuft, der ist halt falsch. Das ist ein Weg von sehr vielen. Wenn aber allein dieser Weg schon so viel her gibt, dann kann man schon von einem Run sprechen. Die Kurse zeigen das ja auch.
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