Wegen starker Nachfrage Deutsche Börse bunkert mehr als 200 Tonnen Gold

In Zeiten niedriger Zinsen wird Gold als Anlageform wieder attraktiver. Die Deutsche Börse bekommt das handfest zu spüren, denn sie muss für jeden Anteilschein echtes Gold vorhalten - inzwischen mehr als 200 Tonnen.

Goldbarren: Ruf als sicherer Hafen für Anleger
Tamara Abdul Hadi / Reuters

Goldbarren: Ruf als sicherer Hafen für Anleger


Der Goldbestand bei der Deutschen Börse in Frankfurt hat erstmals die Marke von 200 Tonnen überschritten. Grund ist eine kräftige Nachfrage nach dem Edelmetall als Anlage. Knapp 200,1 Tonnen Gold lagern nach Angaben der Börse aktuell in den Tresoren des Unternehmens. Zum Jahreswechsel waren es noch 181,5 Tonnen.

Neues Gold kommt immer dann hinzu, wenn Anleger die sogenannte Xetra-Gold-Anleihe erwerben. Für jeden Anteilschein wird ein Gramm des Edelmetalls hinterlegt. Derzeit hat der Goldbestand einen Wert von 8,5 Milliarden Euro - ebenfalls ein Höchststand.

Gold gilt in turbulenten Zeiten als sicherer Hafen für Anleger. Zudem werfen Anlagen wie Sparbuch oder Tagesgeld wegen der niedrigen Zinsen kaum noch etwas ab. Auch die Börse Stuttgart bietet ein börsengehandeltes Wertpapier auf Goldbasis an ("Euwax Gold").

Einige Anleger lassen sich ihr Gold sogar nach Hause liefern: Seit der Einführung von "Xetra-Gold" im Jahr 2007 haben Anleger von dieser Möglichkeit 1053 Mal Gebrauch gemacht. Insgesamt wurden dabei nach Angaben der Deutschen Börse 5,1 Tonnen Gold ausgeliefert.

rai/dpa



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mopsfidel 25.11.2019
1. Xetra-Gold und Diebstahl
Auch wenn der Diebstahl dieser irgendwo hinterlegten Goldbarren ziemlich unwahrscheinlich ist, so findet sich nirgends eine Information darüber, wie ein Diebstahl bzw. Verlust abgesichert ist. Ein normales Bankschließfach ist beispielsweise nicht gegen Diebstahl versichert. Da haben schon manche Bankkunden ein langes Gesicht gemacht.
Das Pferd 25.11.2019
2.
Zitat von mopsfidelAuch wenn der Diebstahl dieser irgendwo hinterlegten Goldbarren ziemlich unwahrscheinlich ist, so findet sich nirgends eine Information darüber, wie ein Diebstahl bzw. Verlust abgesichert ist. Ein normales Bankschließfach ist beispielsweise nicht gegen Diebstahl versichert. Da haben schon manche Bankkunden ein langes Gesicht gemacht.
Die Frage ist, ob das hinterlegte Gold überhaupt dem Kunden gehört, oder der Absicherung des Fonds dient, und der Deutschen Börse gehört. In letzterem Fall kann dem Kunden ein Golddiebstahl relativ egal sein, so lange sein Umfang nicht die Deutsche Börse selbst in Schieflage bringt. Die kompletten 200 Tonnen abzuräumen dürfte logistisch nicht möglich sein.
gm-nk 25.11.2019
3. Positive Wertentwicklung
Die Wertentwicklung von Gold hat gezeigt, dass Anleger in den vergangenen 12 Monaten hier mehr verdienen konnten als bei Sparanlagen. Hinzu kommt, dass Gold im Gegensatz zu Buchgeld auch eine Wertigkeit besitzt. Sollte die EZB die Zinsen noch tiefer in den negativen Bereich drücken und damit die schwachen Staaten Griechenland, Italien, Spanien etc. noch mehr animieren Schulden zu machen, so wird sich der positive Trend für Gold fortsetzen.
BaumeisterB 25.11.2019
4. Eigentlich nur Währungsspekulation
Vielen ist nicht klar, dass sie mit Gold eigentlich in großem Umfang nur Währungsspekulation betreiben. Der Goldkurs wird in Us-Dollar festgelegt. Seit Ende Februar '18 ist der Goldkurs in Dollar um 10% gestiegen. Wegen der gleichzeitigen Dollarstärke beträgt der Anstieg in Euro aber satte 25%. Manche die Gold für einen sicheren Hafen hält, freuen sich dass ihr sicheres Gold solche Renditen abwirft ohne zu verstehen woher diese in Wirklichkeit kommt. Aber wenn der Dollar wieder einmal schwächer wird (Das gab es schon häufiger und wird auch wahrscheinlich wieder einmal passieren), dann wundert man sich, dass es plötzlich in die andere Richtung geht.
Peter Bernhard 26.11.2019
5. Am Römer
Am Römer: ... dass sie Deutschland nicht verlassen, hoffte gestern die deutsche Kulturministerin, das aus dem Grünen gewölppte Tiffany. Will sagen: als die Römer England räumten, nahmen offenbar einige ihr Goldgeschirr, gehortetes, nicht aus den Erdlöchern - vielleicht weil sie an eine diskrete "Erholung" glaubten, an ein Point of Return. Den markiert hier der Nullzins: es müsse inlfationiert werden, meinen Zentralbanken. Das kann kein römisches Argument sein: meiner Vermutung nach wurde das kaiserliche Römergeld deshalb inflationiert, weil es als solches gehortet werden konnte und so einer doch expandierenden Wirtschaft - meines Erachtens gerade wegen deflationierter Währung, eben deswegen -- entzogen wurde: weil es den Bankzins so wie heute nicht gab, so logisch nicht machbar: wird Erspartes per Investitionskredit zurück in die Wirtschaft gekehrt, ist Geldschöpfung kein Argument für Geldmachen als Gelddrucken (Teufelskreis). Nullzins und erst recht Negativzins verlegt die Geldschöpfung in den Open Market, genauer den Ankauf offenbar unrentabler Kredite und zwingt - gerade bei wachsender Wirtschaft - zu Neuverschuldungen, die anders als der Investitionskredit die Warenangebote - und das "it's the economy" - nicht ausdehnen. Unterbleibt andererseits bei Schwarzen Nullen eine solche Ausdehnung des Geldes erfolgt keine Geldschöpfung - im Widerspruch zu einer wachsenden Wirtschaft. Was nun wirklich nur ich noch verstehe: paradox erscheint mir, dass eine deflationäre Währung sehr wohl zu Rationalisierungen und Verbilligungen zwängen, bestünden keine Monopole des Angebots - was jedoch hemmte dann eine Konsumzurückhaltung und den ERwerb physischen Goldes als schönere Gestalt bei Deflation? Nur eine Nichtalternativität von "Essen muss man", von Eat now, no way, no Gold.
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