Gold, Silber, Öl, Dax Libyen-Revolte rüttelt die Märkte auf

Die Unruhen in Libyen provozieren Nervosität an den globalen Aktien-, Rohstoff- und Devisenmärkten: Während die Preise für Öl, Gold und Silber auf immer neue Rekordwerte schnellen, verbuchen die Börsen teils herbe Verluste. Auch der Dax ist zum Handelsauftakt stark belastet.

REUTERS/ Libya TV

Tokio/Singapur - Die Unruhen in Libyen bereiten Anlegern große Sorge: Aktien- und Rohstoffmärkte weltweit reagierten mit teils heftigen Kursausschlägen auf die neusten Meldungen über blutige Aufstände, ausgeflogene Touristen, Zurücktretende Botschafter und einen mögliche Rohstoffengpässe.

Der Ölpreis legt aus Sorge vor Lieferproblemen deutlich zu. Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent Chart zeigen zur April-Lieferung kostete im frühen Handel 107,60 US-Dollar. Das waren 1,86 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) legte ebenfalls deutlich auf 93,48 Dollar zu. Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) übersprang zeitweise die 100-Dollar-Marke.

Das OPEC-Mitglied Libyen produziert täglich rund 1,6 Millionen Barrel Rohöl. Ein einflussreicher Stammesführer hatte damit gedroht, die Öllieferungen in den Westen binnen 24 Stunden einzustellen, sollte die Gewalt gegen die Aufständischen nicht aufhören.

Anleger flüchteten zudem in sichere Anlagen wie Edelmetalle. Der Preis für Silber Chart zeigen sprang zwischenzeitlich auf mehr als 34 Dollar je Unze, den höchsten Stand seit 1980. Eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold Chart zeigen kostete am Morgen noch 1400,50 Dollar, nachdem über Nacht in der Spitze 1410,65 Dollar bezahlt worden waren.

Euro, Yen, Nikkei und Dax belastet

Wie häufig in Krisenzeiten invertieren Anleger zudem verstärkt in den Dollar Chart zeigen . Der Euro Chart zeigen rutschte im um mehr als einen Cent auf 1,3540 Dollar ab. Inflationsgefahren in Europa könnten durch den höheren Ölpreis deutlich zunehmen, sagten Händler zur Begründung. Bei einem steigenden Ölpreis mit gleichzeitig fallendem Wechselkurs erhöhen sich die Energiekosten für Unternehmen aus dem Nicht-Dollar-Raum erheblich.

Die Unruhen in Libyen haben am Dienstag auch den Handel an der Börse in Tokio belastet. Der Nikkei Chart zeigen sank bis Handelsschluss um 1,78 Prozent auf 10.664 Punkte. Auch der Yen zeigte im Vergleich zum Dollar Schwächen.

Neben den Unsicherheiten aufgrund eines steigenden Ölpreises belasteten auch schlechte Japan-Nachrichten die Kurse: Die Rating-Agentur Moody's hatte den Ausblick bei der Kreditwürdigkeit Japans von stabil auf negativ gesenkt, damit droht eine Herabstufung der Bonitätsnote "Aa2". Die Aktienkurse großer Banken gaben daraufhin teilweise mehr als vier Prozent nach.

Auch der Dax Chart zeigen ging am Dienstagmorgen erneut auf Talfahrt. Nach den kräftigen Verlusten vom Vortag rutschte der deutsche Leitindex erneut deutlich ins Minus. MDax Chart zeigen und TecDax Chart zeigen sackten zeitweise um 1,6 Prozent ab. An der Wall Street wurde am Montag wegen eines Feiertags nicht gehandelt.

ssu/dpa/Reuters

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erbseneintopf, 22.02.2011
1. keine Angst
Zitat von sysopDie Unruhen in Libyen provozieren Nervosität an den globalen Aktien-, Rohstoff- und Devisenmärkten: Während die Preise für Öl, Gold und Silber auf immer neue Rekordwerte schnellen, verbuchen die Börsen teils*herbe Verluste. Auch der Dax ist zum Handelsauftakt stark belastet. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,746911,00.html
egal...die Bankster machen auch hier noch riesige Gewinne, wird halt wieder auf etwas gewettet
Deify 22.02.2011
2. Spekulanten
Ich wünschte, das Spekulieren, das gesamte Börsen-Unwesen würden endlich unmöglich und es träten wieder die alten Mechanismen von Angebot und Nachfrage, die auch schon nicht die besten waren, in Kraft. Politik und Wirtschaft und auch vermögende Privatpersonen bringen alles ausschließlich zu ihren Gunsten aus dem Gleichgewicht. Das mag privatwirtschaftlich verständlich sein, moralisch und auch volkswirtschaftlich ist es das nicht und muss zu Unruhen bis möglicherweise zum Zusammenbruch führen.
Eutighofer 22.02.2011
3. Übertreibung - 0,1 % Anteil am BPI der Welt
Zitat von sysopDie Unruhen in Libyen provozieren Nervosität an den globalen Aktien-, Rohstoff- und Devisenmärkten: Während die Preise für Öl, Gold und Silber auf immer neue Rekordwerte schnellen, verbuchen die Börsen teils*herbe Verluste. Auch der Dax ist zum Handelsauftakt stark belastet. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,746911,00.html
Die Ereignisse in Libyen lassen Öl passager etwas teurer werden, größere globale Verwerfungen wird es nicht geben. Libyens Anteil an der gesamten Weltwirtschaftsleistung berägt circa 0,1 % !!! Wer da also Angst vor größeren globalen Auswirkungen hat darf sich gerne gruseln, mit der Realtität hat dies nichts zu tun.
rogra 22.02.2011
4. blanken Zynismus...
...nenne ich das, wenn auf den Livetickern der Nation die Zahlen zwischen Todesopfern, Verletzten und vermissten Menschen ständig die neuesten Kurse genannt werden - - diese baerwitzige Spekulantenmafia macht solche Typen wie den libyschen Oberirren doch erst möglich... Saudi Arabien hat Europa gestern versichert, seine nachfragen nach Öl seien auch ohne libysche Lieferungen gesichert.
atzigen 22.02.2011
5. Angeschlagen
Zitat von sysopDie Unruhen in Libyen provozieren Nervosität an den globalen Aktien-, Rohstoff- und Devisenmärkten: Während die Preise für Öl, Gold und Silber auf immer neue Rekordwerte schnellen, verbuchen die Börsen teils*herbe Verluste. Auch der Dax ist zum Handelsauftakt stark belastet. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,746911,00.html
Das Problem ist nicht Libyen als Einzelereigniss. Auch die destabilisierte Region als ganzes müsste nicht zwangsläufig die Weltwirtschaft gefärden. Der Haken die gesamte Weltwirtschaft taumelt am Abgrund. Da übersehen halt allzufiele die Tatsache das nur irre Überliquidität den Weltwirtschaftszusammenbruch vorerst verschoben hat. Einzelereignisse sind nicht das Problem.Es ist die Summe der Probleme die den Sprengstoff ausmachen. Da haben eben schon wieder zu viele vergessen das Pulferfass wurde mit einer Einzelaktion in Thunesien Selbstverbrennung gezündet. Eine Spreng Erregerzündung wird erst zur Gefahr wenn diese zufällig in in einem Dynamitfass steckt.
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