US-Großbank Millionenboni für Goldman-Manager verärgern Aktionärsberater

Krise, welche Krise? Die Investmentbank Goldman Sachs soll die Boni für ihre Manager kräftig angehoben haben - zum Ärger des einflussreichen Aktionärsberaters ISS.
Goldman-Sachs-Logo an der New-Yorker-Börse (Archivbild): Das Unternehmen zahlt hohe Boni trotz Coronakrise

Goldman-Sachs-Logo an der New-Yorker-Börse (Archivbild): Das Unternehmen zahlt hohe Boni trotz Coronakrise

Foto: Justin Lane/ DPA

Goldman-Sachs-Chef David Solomon und andere Spitzenmanager der Bank sollen dieses Jahr trotz Coronakrise wieder Millionenboni erhalten. Die US-Bank habe den Bonus für Konzernchef Solomon kräftig angehoben, obwohl einige wichtige Kennzahlen sich 2019 gegenüber dem Vorjahr verschlechtert hätten. Das kritisierte der einflussreiche Aktionärsberater ISS in einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Bericht - und will deshalb dagegen ankämpfen.

ISS empfahl den Aktionären, auf der Hauptversammlung am kommenden Donnerstag gegen das Gehaltspaket zu stimmen. Das Votum der Aktionäre hat nur beratenden Charakter, ist also nicht bindend. Nach den Empfehlungen von Stimmrechtsberatern wie ISS und Glass Lewis richten sich viele Fonds und Großanleger.

JP-Morgan-Chef verdiente noch mehr

Solomon hatte im Oktober 2018 die Nachfolge von Lloyd Blankfein an der Spitze von Goldman Sachs angetreten und durfte sich 2019 über eine kräftige Gehaltserhöhung freuen. Er kassierte insgesamt 24,7 Millionen Dollar, davon waren 7,65 Millionen Bonuszahlungen. Solomon erhielt damit 19 Prozent mehr Geld als im Vorjahr, obwohl der Gewinn der Investmentbank um 19 Prozent auf 8,47 Milliarden Dollar einbrach.

Ein Goldman-Sachs-Sprecher verteidigte die Gehälter für die Spitzenmanager um Solomon. Goldman belohne langfristiges Wachstum und lege keinen unangemessenen Schwerpunkt auf kurzfristige Ergebnisse. Die Einkommen für 2019 spiegelten die erheblichen langfristigen Erfolge der Führungsspitze wider.

Der bestbezahlte US-Banker blieb allerdings auch 2019 der langjährige JP-Morgan-Chef Jamie Dimon, der nach einem Rekordgewinn der Bank 31,5 Millionen Dollar erhielt - 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

apr/Reuters
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