Wegen US-Steuerreform Goldman Sachs rechnet mit Milliardenbelastung

Mit der US-Steuerreform will Präsident Trump die Gewinne amerikanischer Unternehmen aus dem Ausland zurückholen: Banken wie Goldman Sachs könnten darunter leiden.
Goldman-Sachs-Börsenhändler

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Foto: Brendan McDermid/ REUTERS

Die neue US-Steuerreform von Präsident Donald Trump soll Unternehmen entlasten, doch einige Konzerne kommt sie zunächst teuer zu stehen. Die US-Investmentbank Goldman Sachs geht davon aus, dass die neuen Steuergesetze das Ergebnis im vierten Quartal mit rund fünf Milliarden Dollar belasten werden. In einer Mitteilung begründete die Wall-Street-Bank dies vor allem mit Abgaben auf im Ausland gehaltenes Vermögen. Bislang sei der Betrag aber nur eine Schätzung, die sich noch ändern könnte.

Das Reformgesetz, das US-Präsident Donald Trump vor einer Woche unterzeichnet hatte, senkt die Steuern für US-Unternehmen von 35 auf 21 Prozent. Bei Barmitteln und anderen Vermögen, die aus dem Ausland zurückgeholt werden, fallen noch deutlich geringere Abgaben an. Etliche US-Konzerne halten wegen der bislang hohen Besteuerung enorme Cash-Bestände außerhalb der Landesgrenzen. Die Trump-Regierung will, dass das Geld in die USA zurückfließt und dort investiert wird.

Die neuen Steuergesetze haben auch auf andere Größen der US-Finanzindustrie starke Auswirkungen. Die Citigroup etwa rechnet mit einer Sonderbelastung in Höhe von 20 Milliarden Dollar. Der Rivale Bank of America erwartet eine Abschreibung von drei Milliarden Dollar. Neben der Abgabe auf im Ausland gehortete Gewinne trifft die Steuerreform Banken auch in anderer Hinsicht.

Bei den Sonderlasten, von denen Banken und andere Konzerne jetzt ausgehen, handelt es sich lediglich um buchhalterische Einmaleffekte, die das laufende Geschäft nicht beeinflussen. Langfristig gehen die meisten US-Firmen davon aus, von den niedrigeren Steuersätzen zu profitieren. Anleger blieben bislang wegen der Gewinnwarnungen im Zusammenhang mit der Steuerreform relativ gelassen. Die Aktien von Goldman Sachs reagierten am Freitag kaum auf die Ankündigung.

hej/dpa
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