US-Großbank Goldman Sachs will keine Ölbohrungen in Arktis finanzieren

Keine Kredite für schmutzige Kohlekraftprojekte und Ölbohrungen in der Arktis: Die US-Großbank Goldman Sachs hat sich zu mehr Klimaschutz verpflichtet.
Ölbohrung in der Beaufortsee vor der Küste Alaskas

Ölbohrung in der Beaufortsee vor der Küste Alaskas

Foto: Guy Hayes/Bureau of Safety and Environmental Enforcement/AP

Mit fast zwei Billionen Dollar haben die Banken dieser Welt allein seit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 fossile Projekte finanziert - so hält es ein Bericht von Umweltverbänden  aus diesem Frühjahr fest. Zumindest auf einen Teil dieser Geschäfte will Goldman Sachs künftig verzichten. Die US-Großbank hat ihre Umweltrichtlinien überarbeitet und sich darin zu mehr Klimaschutz verpflichtet, wie der "Guardian"  und die Nachrichtenagentur Bloomberg  übereinstimmend berichten.

So schließt die Bank unter anderem aus, Ölbohrungen in der Arktis zu finanzieren. In den vergangenen Jahren haben mehrere Staaten, darunter die USA, Norwegen und Russland Ölfirmen Genehmigungen erteilt, im Nordpolarmeer Probebohrungen vorzunehmen.

Außerdem will Goldman Sachs die Kreditvergabe für Kohlekraftprojekte erheblich einschränken: Neue Kohle-Bergwerke und -Tagebaue sollen generell keine Finanzierung mehr erhalten. Den Neubau von Kohlekraftwerken will Goldman Sachs nun weltweit nur noch dann mit Krediten ermöglichen, wenn die Kraftwerke mit Technologien zur CO2-Speicherung ausgestattet werden - die sogenannte CCS-Technologie. Diese Vorgabe hatte sich die Großbank bereits für das Geschäft in Industriestaaten gegeben, nun gilt sie ausnahmslos für alle Länder.

Lob mit Einschränkungen

Umweltverbände bewerten die Selbstverpflichtung positiv. Goldman Sachs sei die erste US-Großbank, die die Finanzierung künftiger Ölbohrungen in der Arktis sowie Kohlebergbauprojekte ausschließe, teilte etwa der Sierra Club mit. Ein Vertreter des Rainforest Action Network sagte dem "Guardian", der Schritt beweise, dass US-Banken auf das Geschäft mit Öl und Gas verzichten könnten und forderte weitere große Institute wie JP Morgan auf, dem Beispiel zu folgen.

Allerdings wiesen beide Umweltverbände auch darauf hin, dass Goldman Sachs nur im US-Vergleich Vorreiter sei - europäische Großbanken wie Credit Agricole oder BNP Paribas sich aber noch weitergehenden Klimaschutz auferlegt hätten. Und der "Guardian" erinnert daran, dass Goldman-Sachs-Banker sich bereits im Jahr 2017 gegen Ölbohrungen in der Arktis ausgesprochen haben - allerdings nicht aus Umweltschutzgründen: Angesichts der enormen Komplexität und Kosten seien derartige Projekte häufig schlicht nicht wirtschaftlich.

fdi
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